Shutdown: Reaktionen von Harold James und Dennis Snower - DER SPIEGEL
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Experten zu Shutdown "Die größte Supermacht existiert nicht mehr"

Amerika kämpft mit dem Shutdown, in Deutschland verurteilen führende Ökonomen und Experten den Machtkampf zwischen Demokraten und Republikanern. Ansehen und Stabilität der USA seien in Gefahr - die Weltwirtschaft befinde sich in Geiselhaft.
Kapitol in Washington: Weltwirtschaft in Geiselhaft
Kapitol in Washington: Weltwirtschaft in Geiselhaft

Kapitol in Washington: Weltwirtschaft in Geiselhaft

Foto: Jonathan Ernst / REUTERS
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Kiel/Hamburg - Der Haushaltsstreit in Amerika provoziert unter hochrangigen Ökonomen und Experten Kritik. "Das ist ein weiteres Zeichen dafür, wie schlecht das politische System in den USA mittlerweile funktioniert", sagte Harold James, Professor an der US-Elite-Universität Princeton, SPIEGEL ONLINE am Rande des Global Economic Symposiums in Kiel. "Die Konsequenzen bekommen auch Europa und andere Regionen zu spüren. Die größte Supermacht der Welt existiert praktisch nicht mehr, sie ist zu einem ineffektiven Akteur auf der internationalen Bühne geworden."

Ähnlich kritisch äußert sich Dennis Snower, selbst US-Amerikaner und Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW). "Der Shutdown wird dem Ansehen und der Stabilität der USA schaden, auch die Position des US-Dollars als Weltreservewährung wird dadurch geschwächt", sagte er SPIEGEL ONLINE. "Die Politiker setzen für ihre Eitelkeiten die Zukunft des Landes aufs Spiel." Es wäre ein Leichtes, die Zahlungsfähigkeit der USA wiederherzustellen, sagte Snower weiter, zum Beispiel seien die Steuern sehr niedrig und müssten nur leicht erhöht werden. "Doch das will offenbar niemand."

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnten, eine dauerhafte Haushaltsblockade im US-Kongress würde auch negative Folgen für die deutsche Wirtschaft haben. "Ich hoffe, dass die Parteien in den USA bald zur Vernunft kommen und ideologisch wieder abrüsten", sagte BGA-Prässident Anton Börner dem "Handelsblatt". Die USA nähmen derzeit "die gesamte Weltwirtschaft in Geiselhaft".

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte, die USA seien für die Weltwirtschaft und die deutschen Unternehmen von "herausragender" Bedeutung. Immerhin sei das Land zweitwichtigster Exportabsatzmarkt Deutschlands. Die Erholung der Weltwirtschaft dürfe durch den Haushaltsstreit nicht aufs Spiel gesetzt werden.

ssu/stk/dpa