Wohnkosten: Deutsche geben ein Viertel des Einkommens für Wohnen aus - DER SPIEGEL
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Miete, Heizung, Handwerker Deutsche geben ein Viertel ihres Einkommens für Wohnen aus

Wohnen ist in Deutschland im EU-Vergleich teuer. Neue Zahlen zeigen, dass sich die Situation aber zumindest etwas verbessert.
Häuser in Köln: Bei Wohnkosten in der »europäischen Spitzengruppe«
Häuser in Köln: Bei Wohnkosten in der »europäischen Spitzengruppe«

Häuser in Köln: Bei Wohnkosten in der »europäischen Spitzengruppe«

Foto: Panama Pictures / IMAGO

Die Menschen in Deutschland geben durchschnittlich jeden vierten Euro für das Wohnen aus. Das geht aus Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor, die das Statistische Bundesamt auf eine Anfrage des BSW hin ausgewertet hat. Den Daten zufolge betrugen die Wohnkosten im vergangenen Jahr 24,5 Prozent des verfügbaren Einkommens. Dies seien 5,3 Prozentpunkte mehr als im EU-Durchschnitt. Die Zahlen hätten sich damit im Vergleich zu 2023 leicht verbessert, damals lag der Anteil bei 25,2 Prozent. Deutschland liege aber weiter in der europäischen Spitzengruppe, teilte das BSW mit.

Eurostat ermittelt auch die Quote von Haushalten, die von den Wohnkosten überlastet werden , also mehr als 40 Prozent ihres Geldes dafür ausgeben. In Deutschland waren dies vergangenes Jahr 12 Prozent aller Haushalte und damit ein Prozentpunkt weniger als 2023. EU-weit lag der Anteil 2024 bei 8,2 Prozent.

Zu den Wohnkosten gehören laut Eurostat  alle Ausgaben rund um das Wohnen. Neben der Miete zählen dazu Nebenkosten für Heizung und Wasser, Reparaturen oder Versicherungen und Steuern. Bei Eigentümern rechnen die Statistiker auch Kosten für einen etwaigen Kredit hinzu. Nicht abgezogen werden Sozialleistungen, die ein Haushalt für das Wohnen erhält. In Deutschland ist dies etwa das Wohngeld, das die Ampelkoalition in der vergangenen Legislaturperiode ausgeweitet hatte.

Südeuropa ist günstiger

In Ländern wie Frankreich, Österreich oder den Niederlanden liegen die Wohnkosten laut BSW deutlich niedriger als in der Bundesrepublik. Von Armut bedrohte Personen gaben in Deutschland im Durchschnitt sogar 43,8 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus, also fast jeden zweiten Euro, hieß es.

Höher als in Deutschland war der durchschnittliche Anteil der Wohnkosten laut der Statistik 2024 in Griechenland mit 35,5 Prozent. Dänemark und Schweden lagen etwa mit Deutschland gleichauf. Besonders niedrige Wohnkostenanteile wurden für Zypern (11,4 Prozent), Malta (12,5 Prozent), Italien und Slowenien (jeweils 13,6 Prozent) angegeben.

»Wohnen in Deutschland ist ein Verarmungsprogramm für weite Teile der Bevölkerung«, sagte die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht der Nachrichtenagentur AFP. Wagenknecht forderte insbesondere einen bundesweiten Mietendeckel sowie einen höheren Anteil der Gemeinnützigkeit am Wohnungsmarkt.

sep/AFP