Neue Regierung Zypern lässt Geldwäsche-Regeln prüfen
Es droht die Pleite: Zyperns Finanzminister Sarris (l.) mit dem griechischen Amtskollegen
Foto: Olivier Hoslet/ dpaBrüssel - Zypern zeigt sich kompromissbereit: Das pleitebedrohte Land lässt seine Regeln zur Geldwäsche-Bekämpfung aus neutraler Sicht überprüfen. Das vereinbarten die neue Regierung Zyperns und die Eurogruppe nach Verhandlungen in Brüssel.
Damit kommt das Land insbesondere deutschen Forderungen nach. "Das ist ein wichtiger Schritt vorwärts", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Seit Monaten gibt es Vorwürfe, wonach Zypern in Europa ein Paradies für Geldwäsche ist. Die Prüfer sollen laut Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem von einem privaten Unternehmen kommen.
Zypern benötigt nach eigenen Angaben Hilfen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro, den Großteil davon für seine angeschlagenen Banken. Ein Hilfsprogramm für die Insel ist aber umstritten: Mehrere Euro-Länder - darunter besonders Deutschland - fordern von der Insel ein entschiedeneres Vorgehen gegen Geldwäsche.
Die Gespräche über Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds für Zypern waren seit dem Antrag des Landes im vergangenen Juni auch deswegen nur stockend vorangekommen. Die Eurogruppe hofft nun auf neuen Schwung nach dem Regierungswechsel im Februar. Die Minister trafen am Montag zum ersten Mal mit ihrem neuen zyprischen Kollegen Michalis Sarris zusammen.
Der Finanzminister gab an, dass der Expertenausschuss Moneyval vom Europarat in die Geldwäsche-Prüfung eingebunden werde. Die Arbeiten sollten am 12. März beginnen und im laufenden Monat abgeschlossen werden. Er lehnte einen Schuldenschnitt à la Griechenland für sein Land ab.
Der neue konservative Präsident Nikos Anastasiades erhielt Zustimmung für seine Bemühungen, rasch die Verhandlungen für das Rettungspaket abzuschließen. "Die Eurogruppe bekräftigt, Zypern auf seinem Anpassungspfad zu unterstützen", sagte Dijsselbloem - das gelte auch für den Bankensektor.
Zypern droht im Mai der Staatsbankrott, wenn keine Hilfe kommt.