Sparprogramm Peugeot streicht 10.000 Jobs
Paris - Mit dem Abbau von 10.000 der 210.000 Stellen im laufenden Jahr will der zweitgrößte Autokonzern Europas, PSA Peugeot Citroën, wieder rentabler werden. Sämtliche Jobs sollen in Frankreich und Spanien wegfallen, indem befristete Stellen nicht wieder neu besetzt werden. Bereits im laufenden Halbjahr sollen durch das Sparprogramm 125 Millionen Euro weniger ausgegeben werden.
Die Investitionen werden außerdem von drei auf 2,5 Milliarden Euro pro Jahr gekürzt, wie PSA im Vorfeld der Pariser Automesse mitteilte. Auf den Ausbau der Fertigung in Trnava in der Slowakei wird verzichtet. Gleichzeitig suche der Konzern neue Wachstumsmöglichkeiten in Russland und Fernost. Zudem werde das Werk im britischen Ryton wie angekündigt Mitte 2007 geschlossen.
Mit dem "Aktionsplan" will Peugeot aus der aktuellen Krise herauskommen. Der Marktanteil in Europa fiel in den ersten acht Monaten von 15 auf 13,8 Prozent und der Jahresabsatz dürfte bei 3,5 Millionen Wagen verharren. Neben Einsparungen ist bei PSA auch eine Modelloffensive geplant, denn nicht zuletzt die veralteten Modelle seien für die aktuellen Probleme verantwortlich, gestand der Autobauer ein.
Jetzt will PSA bis 2009 sechs Modelle ("Silhouetten") für bisher nicht beschickte Märkte anbieten, darunter ein mit Mitsubishi entwickelter Geländewagen, ein mit Fiat konzipierter Lieferwagen und ein Cabrio. Ebenfalls bis 2009 sollen in China elf und in Lateinamerika sechs neue PSA-Modelle auf den Markt kommen. Mit der malaysischen Firma Proton bereitet Folz die Fertigung von PSA-Modellen in Ostasien vor. Auch in Russland wird nach einer Fertigungsmöglichkeit gesucht.
Mit dem Aktionsplan legt PSA-Chef Jean-Martin Folz drei Monate vor seinem Abschied den Kurs für seinen Nachfolger, der noch gefunden werden muss, fest. Mit dem Programm wolle PSA sich konkurrenzfähig machen, auf einem Markt, auf dem die Konkurrenz immer stärker wird und das bei immer weniger Kunden, sagte Folz. Tatsächlich ging die Nachfrage nach Neufahrzeugen der European Automobile Manufacturers Association (ACEA) zufolge 2006 in Frankreich um knapp zwei Prozent zurück. Die Zahl der neu registrierten Fahrzeuge von Peugeot sank dieses Jahr in Westeuropa bis August allerdings überdurchschnittlich um rund drei Prozent. Japanische Hersteller, wie Toyota oder Honda , konnten unterdessen ihren europäischen Absatz steigern. Die PSA-Aktie reagierte auf die Ankündigungen des Konzerns heute Morgen mit einem Gewinn um gut zwei Prozent auf 44,44 Euro.
ase/dpa/dpa-AFX/ddp