Spoerr-Abtritt: Freenet-Aktie legt zweistellig zu - DER SPIEGEL
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Spoerr-Abtritt Freenet-Aktie legt zweistellig zu

Die Freenet-Aktie legt eine Kursrallye hin: Nachdem das Unternehmen bekanntgegeben hat, dass Vorstandschef Eckhard Spoerr Anfang kommenden Jahres geht, gewinnt die Aktie zeitweilig über 20 Prozent an Wert. Laut einem Pressebericht wackeln bei Freenet noch weitere Posten.
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Berlin - Bittere Stunden für Eckhard Spoerr. Am Montagabend hat Freenet bekanntgegeben, dass der Vorstandschef auf eigenen Wunsch zum 23. Januar 2009 das Unternehmen verlässt. Am Dienstagmorgen nun ist die Freenet-Aktie im TecDax   der Hingucker.

Die Titel schossen zu Börsenbeginn zeitweilig um über 22 Prozent in die Höhe. In der Folge gewannen auch die Titel der an Freenet mit jeweils rund 26 Prozent beteiligten Telekom-Unternehmen United Internet   (UI) und Drillisch   kräftig. Insgesamt gewann der TecDax um über ein Prozent an Wert. Auch der Dax   legte in den Anfangsminuten leicht zu.

"Mit dem Weggang Spoerrs könnte der geplante Verkauf des DSL-Geschäftes neuen Schwung bekommen", sagte etwa Analyst Stephan Wittwer von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Zudem dürften Phantasien neue Nahrung bekommen, nach denen UI und Drillisch Freenet ganz übernahmen.

Spoerr verlässt Freenet nach Unternehmensangaben "auf eigenen Wunsch". Der Aufsichtsrat habe einer entsprechenden Bitte Spoerrs zugestimmt. Das Gremium habe Spoerrs Entscheidung "mit Bedauern und Respekt" zur Kenntnis genommen. Spoerr solle das Unternehmen weiter beraten.

Bereits im August hatte es einen Putsch-Versuch gegen Spoerr gegeben. United Internet (UI) hatte per Gerichtsbeschluss durchgesetzt, dass auf der anstehenden Freenet-Hauptversammlung über die Absetzung des Vorstands und des kompletten Aufsichtsrats abgestimmt werden muss. UI-Chef Ralph Dommermuth warf Spoerr vor, "im großen Stil Aktionärsvermögen verbrannt" zu haben. Der gemeinsame Anteil von UI und Drillisch reichte für den Putsch aber nicht aus.

Spoerrs Nachfolger wird Kreisen zufolge von außerhalb des Unternehmens kommen. Es sei unwahrscheinlich, dass einer der aktuellen Vorstände den Platz des Vorstandschefs einnehmen werde, hieß es aus dem Umfeld des Telekommunikationskonzerns.

Nach Spoerrs Weggang sollen laut "Handelsblatt" weitere Posten wackeln. Spoerrs "Demission" werde wohl nicht die einzige bleiben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Aktionäre. Die Eigner erwarteten, dass auch einige Aufsichtsräte freiwillig ihren Posten niederlegen, hieß es. Die Freenet-Großaktionäre lehnten einen Kommentar gegenüber der Zeitung ab.

ssu/dpa-AFX/ddp/Reuters

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