GELDWÄSCHE Strafe vom Wähler
Wegen seines Kampfes gegen die Geldwäsche hat der Regierungschef des berüchtigten Offshore-Zentrums Cayman Islands seinen Job verloren. Truman Bodden, der »Führende Minister«, wurde von der Bevölkerung der karibischen Inselgruppe nicht mehr ins Parlament gewählt. Erst im Juni hatte die OECD die Cayman Islands auf eine schwarze Liste mit 15 Staaten gesetzt, die »schwere systematische Mängel« bei der Bekämpfung illegaler Finanztransfers aufweisen. Regierungschef Bodden lockerte umgehend das Bankgeheimnis und verpflichtete die Finanzindustrie des britischen Territoriums, mit ausländischen Ermittlern zu kooperieren. Die OECD lobte daraufhin das Geld-Atoll (mehr als 31 000 Offshore-Gesellschaften, mindestens 620 Milliarden Dollar auf den Konten), will es aber noch nicht von der schwarzen Liste streichen lassen. Beobachter gehen davon aus, dass die über 36 000 Insulaner, die ihren immensen Reichtum den laxen Finanzgesetzen verdanken, Bodden für seinen »Kniefall« vor der OECD abstraften.