Streik bei CityLine Lufthansa-Chef fordert Piloten zum Einlenken auf
Frankfurt am Main - Wolfgang Mayrhuber hat deutliche Worte für die streikenden Piloten gefunden: "Solche Aktionen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze bei der Lufthansa" sagte er der " Neuen Osnabrücker Zeitung".
Schlangen vor Lufthansa-Schaltern: Auch am Freitag brauchen Passagiere Geduld
Foto: DPADer Lufthansa-Chef forderte die Piloten der Regionalflugtochter CityLine auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Streikenden forderte er auf, ihr Gehaltsniveau und ihre Arbeitsbedingungen mit denen der Konkurrenz zu vergleichen. "Sie verdienen bereits in der Größenordnung 20 bis 25 Prozent mehr als vergleichbare Piloten im Regionalverkehr. "Bei den Passagieren entschuldigte sich der Konzernchef und versprach, alles zu unternehmen, um die Folgen des Streiks möglichst gering zu halten.
Für diesen Freitag rechnet das Luftfahrtunternehmen mit 140 weiteren Flugstreichungen, nachdem bereits am Donnerstag 360 kurze und mittlere Verbindungen ausgefallen waren. Der von der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) ausgerufene Ausstand der 740 CityLine-Piloten soll nach 36 Stunden am Mittag beendet werden.
Erneut dürfte München Schwerpunkt des Arbeitskampfes werden, wo am Vortag rund 90 Verbindungen abgesagt werden mussten. Aber auch Hamburg, Stuttgart und Frankfurt am Main werden erneut Schwerpunkt des Arbeitskampfs sein.
Konkret sind folgende Flughäfen betroffen:
- München
- Frankfurt am Main
- Hamburg
- Stuttgart
- Düsseldorf
- Berlin-Tegel
- Leipzig
- Köln
- Nürnberg
- Paderborn
- Münster/Osnabrück
- Friedrichshafen
- Dresden
- Hannover
Passagiere sollen nach Möglichkeit auf die Bahn und auf andere Flüge umgebucht werden. Sie können sich über ihren Flug im SPIEGEL-ONLINE-Service und unter der kostenlosen Lufthansa-Telefonnummer 0800-850 60 70 informieren. Das Unternehmen hat zudem weiterhin mit den Spätfolgen des in der vergangenen Woche beendeten Ver.di-Streiks beim Bodenpersonal zu kämpfen, die ebenfalls noch zu einzelnen Flugausfällen führen.
Die Pilotenvereinigung wirft der Lufthansa vor, kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Die CityLine- Geschäftsführung hatte zuletzt 5,5 Prozent mehr Geld bei 18 Monaten Laufzeit sowie eine Einmalzahlung von 5000 bis 7000 Euro angeboten. Die Gewerkschaft hatte keine konkrete Prozentzahl genannt sondern allgemein eine "substanzielle Vergütungserhöhung" verlangt.
Der Streikaufruf war jedoch nicht der große Schlag, den Piloten der Lufthansa am Wochenende noch angekündigt hatten. Lediglich die Cityline-Piloten waren dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Bei der ebenfalls zur Lufthansa gehörenden Eurowings wird hingegen nicht gestreikt. Unklar sind auch weitere angedrohte Streiks bei der Muttergesellschaft, mit denen die Piloten eine eigenständige Personalvertretung im Konzern durchsetzen wollen.
Es drohen massive Verspätungen
Bei einem Warnstreik der gut 3500 Piloten der Lufthansa AG könnte es zu massiven Verspätungen im Luftverkehr kommen. Die Lufthansa hält einen solchen Ausstand beim Mutterkonzern nicht für zulässig und will notfalls gerichtlich bis hin zur Forderung von Schadenersatz dagegen vorgehen.
Die Cockpit-Verhandlungen laufen unabhängig von denen für das Boden- und Kabinenpersonal, bei dem am vergangenen Freitag nach fünf Tagen Streik eine Einigung erreicht worden war. Derzeit läuft eine Urabstimmung der Gewerkschaft Ver.di über die Tarifeinigung für die gut 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Sie erhalten rückwirkend zum 1. Juli 5,1 Prozent mehr, ab dem 1. Juli 2009 weitere 2,3 Prozent.
cvk/AP/dpa/ddp/AFP