Streikfolgen Opel kündigt Werksblockierern
Bochum/Hamburg/Rüsselsheim - "Beide Kündigungen liegen uns vor", bestätigte am Mittwoch Lothar Marquardt vom Betriebsrat Opel Bochum. Einer der betroffenen Mitarbeiter sei ebenfalls Mitglied des Betriebsrates.
Die fristlosen Kündigungen wurden vom Betriebsrat zurückgewiesen, sagte Marquardt. Nähere Angaben wollte er zu den laufenden Verfahren nicht machen. Beide Fälle könnten jetzt vor dem Arbeitsgericht in Bochum verhandelt werden.
Die Kündigungen hätten nichts damit zu tun, dass die Betroffenen sich an der Arbeitsniederlegung beteiligt hatten, teilte Opel am Mittwoch in Bochum mit. Beide Mitarbeiter hätten auf andere Weise gegen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen. "Die Verstöße schließen die Bedrohung von Arbeitskollegen und Nötigung ein", hieß es in der Stellungnahme. Ob intern gegen weitere Mitarbeiter ermittelt wird, konnte der Sprecher nicht sagen.
Die als "Informationsveranstaltung" getarnte Werksblockade endete vergangenen Mittwoch, nachdem sich eine Mehrheit der Belegschaft für die Wiederaufnahme der Arbeit ausgesprochen hatte. Zuvor waren die drei Bochumer Werke sieben Tage lang bestreikt worden. Die Arbeitsniederlegung hatte auch zu Produktionsausfällen an anderen Opel-Standorten geführt.
Nach Darstellung des Rüsselsheimer Oberbürgmeisters Stefan Gieltowski will GM aber derzeit keinen deutschen Opel-Standort schließen. Das habe ein Gespräch der Oberbürgermeister aus den Opel-Städten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern am Mittwoch mit Vertretern der Adam Opel AG ergeben, berichtete Gieltowski nach dem Treffen. Daran hatten die Stadtoberhäupter Ottilie Scholz (Bochum), Gerhard Schneider (Eisenach) und Bernhard Deubig (Kaiserslautern) teilgenommen.