Streikfolgen: Opel kündigt Werksblockierern - DER SPIEGEL
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Streikfolgen Opel kündigt Werksblockierern

Schon während des wilden Streiks bei Opel in Bochum hat das Management den Wortführern drakonische Strafen angedroht. Nun müssen tatsächlich zwei Mitarbeiter gehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bochum/Hamburg/Rüsselsheim - "Beide Kündigungen liegen uns vor", bestätigte am Mittwoch Lothar Marquardt vom Betriebsrat Opel Bochum. Einer der betroffenen Mitarbeiter sei ebenfalls Mitglied des Betriebsrates.

Die fristlosen Kündigungen wurden vom Betriebsrat zurückgewiesen, sagte Marquardt. Nähere Angaben wollte er zu den laufenden Verfahren nicht machen. Beide Fälle könnten jetzt vor dem Arbeitsgericht in Bochum verhandelt werden.

Die Kündigungen hätten nichts damit zu tun, dass die Betroffenen sich an der Arbeitsniederlegung beteiligt hatten, teilte Opel am Mittwoch in Bochum mit. Beide Mitarbeiter hätten auf andere Weise gegen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen. "Die Verstöße schließen die Bedrohung von Arbeitskollegen und Nötigung ein", hieß es in der Stellungnahme. Ob intern gegen weitere Mitarbeiter ermittelt wird, konnte der Sprecher nicht sagen.

Die als "Informationsveranstaltung" getarnte Werksblockade endete vergangenen Mittwoch, nachdem sich eine Mehrheit der Belegschaft für die Wiederaufnahme der Arbeit ausgesprochen hatte. Zuvor waren die drei Bochumer Werke sieben Tage lang bestreikt worden. Die Arbeitsniederlegung hatte auch zu Produktionsausfällen an anderen Opel-Standorten geführt.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM)   will bis 2006 europaweit 12.000 der 63.000 Stellen streichen, davon allein 10.000 - fast jeden dritten Arbeitsplatz - bei Opel in Deutschland. Die meisten Arbeitsplätze sollen an den Standorten Bochum und Rüsselsheim wegfallen.

Nach Darstellung des Rüsselsheimer Oberbürgmeisters Stefan Gieltowski will GM aber derzeit keinen deutschen Opel-Standort schließen. Das habe ein Gespräch der Oberbürgermeister aus den Opel-Städten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern am Mittwoch mit Vertretern der Adam Opel AG ergeben, berichtete Gieltowski nach dem Treffen. Daran hatten die Stadtoberhäupter Ottilie Scholz (Bochum), Gerhard Schneider (Eisenach) und Bernhard Deubig (Kaiserslautern) teilgenommen.