Stuttgart 21: Gerlinde Kretschmann wird Tunnelpatin - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Baden-Württemberg Kretschmanns Gattin wird Tunnelpatin bei Stuttgart 21

Gerlinde Kretschmann lehnt das umstrittene Großbauprojekt Stuttgart 21 ab. Doch nun wird die Ehefrau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Patin für einen der 25 Tunnel. Die Bahn spricht von einer großen Ehre.
Ehepaar Kretschmann beim Narrensprung in Rottweil (Archiv)
Ehepaar Kretschmann beim Narrensprung in Rottweil (Archiv)

Ehepaar Kretschmann beim Narrensprung in Rottweil (Archiv)

Foto: Marijan Murat/ picture alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart - Es ist eine überraschende Kehrtwende einer beherzten Gegnerin des umstrittenen Bahnhofsprojekts Stuttgart 21: Die Gattin von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Gerlinde Kretschmann, erklärte sich am Mittwoch bereit, die Patenschaft für einen der 25 geplanten Tunnel zu übernehmen. Dies sei eine große Ehre für die Deutsche Bahn und die Tunnelbauer, sagte der Projektsprecher für Stuttgart 21, Wolfgang Dietrich.

Im Frühjahr hatte Gerlinde Kretschmann den Tunnelbauern auf die Bitte um Patenschaft für den Fildertunnel bei Stuttgart noch abgesagt, da sie Stuttgart 21 ablehne. Nun ist sie doch bereit, als irdische Vertreterin der Schutzheiligen Barbara den Arbeitern Glück zu bringen.

Ein Sinneswandel sei das aber nicht, erläuterte ein Sprecher des Staatsministeriums. Schließlich gehe es nicht um den Bahnhof, sondern um den Albabstiegstunnel auf der Neubaustrecke in der Nähe von Ulm. Und diesen Teil des Bahnprojekts hätten die Grünen schon immer unterstützt. Den Zorn vieler Bürger erregen allerdings die auf mehr als neun Milliarden Euro gestiegenen Kosten für das Gesamtprojekt aus Bahnhof und Neubaustrecke.

Der Protest gegen Stuttgart 21 hatte den Grünen in der Landtagswahl 2011 zur Regierung verholfen. Nachdem auch eine Volksabstimmung für das Projekt ausgegangen war, trägt die Regierung Kretschmann das Großprojekt der schwarz-gelben Vorgängerregierung mit. Die Vorbehalte bei den Grünen aber bleiben.

yes/Reuters