Teil 2 Der CEO in Plastikhosen als Lachnummer
Bald kippte die Stimmung. Im Juli 1999 wurden Paternot und Krizelman hart kritisiert, als sie bei der Zweitemission jeweils Aktien im Wert von einer Million Dollar verkauften. Gleichzeitig wurde Paternot zum Symbol für den Internet-Exzess, als CNN ihn beim Tanzen in schwarzen Plastikhosen in einem New Yorker Club filmte. "Es wurde zum Running Gag - Steph in seinen Plastikhosen", klagt Paternot. "Plötzlich war ich der Grund, warum die Internet-Aktien fielen."
Die Message-Boards im Internet quollen über vor Hasstiraden gegen die hippen Gründer. Auch Fachjournalisten wie James Cramer von TheStreet.com begannen das Dauerfeuer gegen die ihrer Meinung nach überbewertete Internetfirma. Paternot besteht bis heute darauf, dass theglobe.com nicht übertriebener bewertet war als alle anderen Technologiefirmen. Doch während andere Firmen seiner Meinung nach in Ruhe gelassen wurden, machten die Medien theglobe.com für alles verantwortlich, was falsch war am Internet.
Die Aktie von theglobe.com war vom ersten Tag an gefallen. Die institutionellen Investoren waren sofort ausgestiegen, von Anfang an war sie ein Zockerpapier mit hoher Volatilität. Vier Tage nach dem sensationellen Börsengang notierte die Aktie nur noch bei 28 Dollar. Sie stieg nie mehr über 40 Dollar. Beim Kurs von zwei Dollar, im Januar 2000, legten Krizelman und Paternot ihre Posten nieder.
Die Medien, die Aktionäre, die Intrigen innerhalb der Firma, es war ihnen zu viel geworden. "Ganz am Anfang hatten wir uns geschworen, es nur so lange zu machen, wie es Spaß brachte", sagt Paternot. Er war erleichtert, als es vorbei war. Er verfiel in eine frühe Midlife-Crisis, musste sich neu sortieren, "wie nach der Trennung von einer Freundin". Um die sechs Jahre bei theglobe.com zu verarbeiten, begann er, das Buch zu diktieren.
"Am Abend des Börsengangs küsste ich Jenn zum ersten Mal"
Heute erscheint die Geschichte von theglobe.com abgehakt. Im April wurde der Penny-Stock von der Nasdaq genommen, die Aktie wurde zuletzt für sechs Cents am OTC Bulletin Board gehandelt. Vor knapp zwei Wochen schloss die Online-Community endgültig ihre Pforten. Was bleibt, ist ein Online-Gaming-Netzwerk, das zum Verkauf steht. "Allein können wir nicht überleben", sagt Paternots Nachfolger Charles Peck, ein Veteran der Nationalen Buchhalter-Vereinigung.
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