Telekom: Fusionsträume helfen der Aktie - DER SPIEGEL
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Telekom Fusionsträume helfen der Aktie

Bei der Partnersuche für die US-Tochter VoiceStream hat die neue Telekom-Spitze offenbar erste Gespräche geführt. Obwohl es noch keine konkreten Signale für eine Fusion gibt, zog der Kurs der T-Aktie kräftig an.
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New York - VoiceStream habe dem Mobilfunkanbieter Cingular Wireless eine Fusion vorgeschlagen, berichtet das "Wall Street Journal". Nach Angaben der Zeitung befinden sich die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium und könnten noch scheitern. Neben kartellrechtlichen Hürden sei unklar, wie die Anteilseigner von Cingular, SBC Communications und BellSouth auf das Angebot reagierten. Laut "WSJ" verhandelt die Telekom-Tocher weiterhin mit AT&T Wireless, obwohl beide Seiten die Verhandlungen erst kürzlich für gescheitert erklärten.

Der Führung von Cingular sei von VoiceStream angeboten worden, im Falle einer Fusion die Mehrheit an der neuen Gesellschaft zu halten, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf den Verhandlungen nahestehende Personen. Von einem Übernahmepreis sei man noch weit entfernt, Industrieanalysten hätten jedoch den Wert von VoiceStream auf zehn bis 15 Milliarden Dollar taxiert. Durch die Transaktion würden SBC und BellSouth zum Besitzer der Nummer zwei im amerikanischen Mobilfunkgeschäft, knapp hinter Verizon Wireless. Cingular und Voicestream kommen gemeinsam auf 30,2 Millionen Mobilfunkkunden, Verizon liegt derzeit bei 30,3 Millionen Kunden. SBC hält 60 Prozent an Cingular und BellSouth 40 Prozent.

Am Frankfurter Aktienmarkt sorgte die Meldung für Bewegung bei der T-Aktie  . Während der Dax gegen 11.30 mit 0,3 Prozent im Minus notierte, lag das Telekom-Papier mit 2,3 Prozent im Plus bei 11,80 Euro. "Der Markt honoriert, dass hier endlich was passiert", sagte ein Händler. Einen Komplett-Verkauf bezeichnete der Marktteilnehmer allerdings als höchst unwahrscheinlich. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man jahrelang Milliarden in VoiceStream pumpt und dann von heute auf morgen sagt, es war ein Fehler."

Bei der Halbjahrespressekonferenz am Mittwoch muss Interims-Chef Helmut Sihler aller Voraussicht nach tiefrote Zahlen verkünden. Die Telekom soll Medienberichten zufolge bereits in den ersten sechs Monaten 2002 den Rekordverlust des Jahres 2001 von 3,5 Milliarden Euro übertroffen haben. Der Vorstand hatte bereits angekündigt, dass das Unternehmen 2002 erneut mit Verlusten abschließen werde.

Die erforderlichen Mittel zum Schuldenabbau will die Telekom unter anderem durch Einsparungen im Werbeetat, Stellenabbau und der Kürzung von Investitionen erlösen. Darüber hinaus sollen Immobilien wie auch das TV-Kabelnetz verkauft werden. Sihler hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen" außerdem angekündigt, einen Fusionspartner für VoiceStream zu suchen.