Trendwende: US-Finanzminister redet den Dollar nach oben - DER SPIEGEL
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Trendwende US-Finanzminister redet den Dollar nach oben

"Ein starker Dollar liegt in unserem nationalen Interesse", hat der US-Finanzminister John Snow im US-Fernsehen gesagt - und obendrein einen Abbau der amerikanischen Staatsverschuldung versprochen. Der Euro fiel daraufhin auf den niedrigsten Stand seit November.
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Washington - Besonders überraschend war es zwar nicht, was John Snow am Freitag im Interview mit CNBC sagte. Schon früher hatte sich der amerikanische Finanzminister zur Politik des starken Dollars bekannt - damals hatten Devisenhändler den Versprechen keinen Glauben geschenkt. Dass die Märkte nun so deutlich reagieren, zeigt: Nach Monaten steigender Euro-Kurse ist die Korrektur in vollem Gange.

Hinzu kamen noch neue Spekulationen über eine weitere Erhöhung der US-Leitzinsen. Auch dies trug zum Verfall des Euro bei, der unter die Marke von 1,31 Dollar rutschte. Am Nachmittag war die europäische Währung nur noch 1,3062 Dollar wert - das war der tiefste Stand seit dem 23. November 2004.

Die Zentralbank EZB hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,3200 (Donnerstag: 1,3183) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7576 Euro. Seit der Jahreswende hat der Euro schon massiv an Wert verloren. Mit 1,3668 Dollar hatte er noch am 30. Dezember den höchsten Stand seit seiner Einführung an den Finanzmärkten im Januar 1999 erreicht.

"Spielraum für Zinserhöhungen"

Experten sahen nach den US-Arbeitsmarktdaten für Dezember den Weg für weitere Zinserhöhungen durch die amerikanische Notenbank Federal Reserve geebnet. "Der Arbeitsmarkt bestätigt das freundliche Bild der US- Konjunktur und lässt der Notenbank genügend Spielraum für Zinserhöhungen", sagte Volkswirt Stephan Rieke von der ING-BHF-Bank.

Die Zinsdifferenz zur Eurozone werde deshalb in den kommenden Monaten weiter auseinander gehen, da die EZB wegen der schwächelnden Konjunktur ihre Zinsen vorerst nicht anheben werde. Steigende Zinsen in den USA wiederum machen Dollar-Anlagen attraktiver und stützen damit die US-Währung. Seit Dezember liegt der US-Leitzins mit 2,25 Prozent erstmals seit drei Jahren wieder über dem EZB-Niveau von 2,00 Prozent.

Die US-Arbeitsmarktdaten für Dezember entsprachen unter dem Strich den Marktprognosen, sagte Rieke. Zwar fiel der Stellenzuwachs im Dezember mit 157.000 etwas schwächer als erwartet aus. Gleichzeitig wurde aber der November-Wert nach oben korrigiert.