Lohnstreit bei McDonald's: Festnahmen vor der Burger-Universität
Streit um Mindestlohn McDonald's-Mitarbeiter vor Konzernzentrale verhaftet
Oak Brook - Mehr als hundert demonstrierende Mitarbeiter des Fast-Food-Konzerns McDonald's sind bei Protesten nahe dem Konzernsitz bei Chicago festgenommen worden. Unter dem Slogan "Wir sind mehr wert" hatten dort laut US-Medienberichten rund 2000 Menschen für einen Mindestlohn von 15 Dollar protestiert.
Ursprünglich hatten die Mitarbeiter direkt vor der Unternehmenszentrale demonstrieren wollen. Weil diese jedoch geschlossen wurde, wichen sie zur "Hamburger University" aus, einem nahe gelegenen Schulungszentrum des Konzerns. Dort sollen die Festgenommenen eine Polizeisperre durchbrochen haben. Nach Angaben der Gewerkschaft Service Employees International Union war auch ihre Vorsitzende Mary Kay Henry unter den Festgenommenen.
In den USA wird seit Monaten über einen höheren Mindestlohn diskutiert. Die Fast-Food-Branche steht dabei am Pranger, weil es unter ihren 3,5 Millionen Mitarbeitern besonders viele Geringverdiener gibt. Laut offiziellen Zahlen verdienen sie im Schnitt 8,83 Dollar. Derzeit beträgt der landesweite Mindestlohn 7,25 Dollar, in 21 Bundesstaaten liegt er jedoch höher. US-Präsident Barack Obama drängt den Kongress zu einer Anhebung auf 10,10 Dollar.
Die Proteste fanden unmittelbar vor der Jahreshauptversammlung von McDonald's am Donnerstag statt. Dort soll unter anderem ein Jahresgehalt von 9,5 Millionen Dollar für McDonald's-Chef Don Thompson abgesegnet werden. Thompson verdiene diese Millionen auf Kosten der Belegschaft, sagte bei den Protesten Jessica Davis, eine 25-jährige McDonald's Mitarbeiterin mit zwei Kindern. Zu dem Aktionärstreffen haben die Arbeitnehmer neue Proteste angekündigt.