Milliardenübernahme Amazon steigt ins Bio-Geschäft ein
Whole-Foods-Filiale in Colorado
Foto: Rick Wilking / REUTERSMit einer Milliardenübernahme steigt Amazon in den stationären Lebensmittelhandel in den USA ein. Der weltgrößte Onlinehändler übernimmt die Bio-Kette Whole Foods Market für rund 13,7 Milliarden US-Dollar - gezahlt komplett in Barmitteln.
Die 1978 gegründete Kette ist auf hochwertige und entsprechend teure Lebensmittel spezialisiert. Sie betreibt derzeit 440 Geschäfte in den USA, weitere zwölf in Kanada und neun in Großbritannien. Whole Foods erwirtschaftete 2016 nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 15,7 Milliarden Dollar.
Im Kaufpreis sind auch die Schulden des Lebensmittelhändlers enthalten, die die Firma zuletzt auf rund 3,1 Milliarden Dollar beziffert hatte. Im Preis von 42 Dollar pro Aktie ist ein kräftiger Aufschlag auf den Schlusskurs von gut 33 Dollar am Donnerstag enthalten.
Amazon hatte in den vergangenen Jahren stationäre Händler stark unter Druck gesetzt. Der Konzern zeigte zuletzt aber immer mehr Interesse am Einstieg in das Geschäft. So eröffnete Amazon mehrere Buchläden und schmiedet auch Pläne für kleine Hightech-Supermärkte, die von wenigen Mitarbeitern betrieben werden können.
Neuerdings expandiert Amazon auch im Geschäft mit frischen Lebensmitteln. In einem Modellversuch bietet der US-Konzern diese auch in Deutschland an. Kunden des Dienstes Amazon Prime können in Berlin und Potsdam ihre Einkäufe über den Onlinehändler erledigen.
Walmart kauft Onlinehändler
In einer Gegenbewegung baute der amerikanische Supermarktriese Walmart immer stärker sein Internetgeschäft aus. Walmart kaufte am Freitag den Online-Modehändler Bonobos für 310 Millionen Dollar. Die Aktie von Walmart verlor zum US-Handelsstart dennoch rund sieben Prozent. Der Kurs des Konkurrenten Kroger sackte sogar um 15 Prozent ab.
Auch international waren Schockwellen der Ankündigung zu spüren: Die Aktie des niederländischen Konzerns Ahold verlor zeitweise mehr als sieben Prozent, für Papiere von Carrefour ging es um über zwei Prozent abwärts und für den britischen Konkurrenten Sainsbury um vier Prozent. Die Aktie des deutschen Metro-Konzerns gab um gut 1,5 Prozent nach.