Bilanz 2010 Opel rechnet mit Milliardenminus
Opel-Chef Nick Reilly: "Lebenslange Garantie" für Neufahrzeuge
Foto: Fredrik von Erichsen/ dpaBerlin - 2010 sollte ein Neuanfang für Opel werden: Nick Reilly löste Hans Demant an der Spitze des Konzerns ab. Auch machte der neue Chef mit kreativen Marketingtricks wie der "lebenslangen Garantie" für Neufahrzeuge von sich reden. Doch die Trendwende beim angeschlagenen Autobauer ist dennoch nicht geschafft: Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen sogar mit einem Milliardenverlust, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf den Jahresabschluss der Adam Opel GmbH schreibt. Der Umsatz soll bei elf Milliarden Euro liegen.
Immerhin: Im vergangenen Jahr habe der Konzern lediglich ein Minus von 427 Millionen Euro verbucht. Das Ergebnis hat allerdings einen Schönheitsfehler: Es beruht vor allem auf der 2009 ausgelaufenen staatlichen Abwrackprämie.
Nach einem positiven Ergebnis vor Restrukturierungen 2011 wolle die General-Motors-Tochter "ab dem Jahr 2012 wieder Gewinne erzielen", schreibt das "Handelsblatt" weiter. Im kommenden Jahr rechne die Gesellschaft mit einem Umsatz von 13 Milliarden Euro.
General-Motors-Aktien könnten 25 Dollar kosten
Die Opel-Mutter General Motors (GM) treibt unterdessen ihr für November geplantes Börsencomeback voran. Nach Einschätzung des Managements sollen Aktien für bis zu 25 Dollar pro Stück angeboten werden. "Es ist noch etwas zu früh, das zu sagen, aber es geht irgendwo in die Richtung von 20 Dollar. (...) 20 Dollar, 25 Dollar, so in dieser Richtung, das wäre meine Vermutung", sagte der scheidende Verwaltungsratschef Ed Whitacre am Mittwoch. Zum Umfang des geplanten IPOs könne er nichts sagen.
Die US-Regierung hatte sich vor längerem mit 60,8 Prozent an GM beteiligt, um die drohende Pleite des einstmals weltgrößten Autoherstellers abzuwenden. Der Ausstieg des Staates soll mit dem Verkauf von Aktien im Rahmen des Börsengangs beginnen. Insidern zufolge könnte es mit einem Platzierungsvolumen von bis zu 20 Milliarden Dollar einer der größten Börsengänge aller Zeiten werden. Whitacre will zum Jahresende den GM-Direktoriumsposten an den neuen Konzernchef Dan Akerson abtreten.