China: Im- und Exporte schrumpfen unerwartet - DER SPIEGEL
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Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft Chinas Im- und Exporte schrumpfen unerwartet deutlich

Die globale Nachfrage schwächelt, die Coronabeschränkungen in der Volksrepublik sind strikt: Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren sind Chinas Exporte zurückgegangen. Auch der Handel mit Deutschland sank.
Chinesisches Frachtschiff im Hamburger Hafen: Die chinesischen Exporte nach Deutschland sanken um 10,9 Prozent
Chinesisches Frachtschiff im Hamburger Hafen: Die chinesischen Exporte nach Deutschland sanken um 10,9 Prozent

Chinesisches Frachtschiff im Hamburger Hafen: Die chinesischen Exporte nach Deutschland sanken um 10,9 Prozent

Foto: Markus Scholz / dpa

Kanzler Olaf Scholz warb erst vergangene Woche mit einer Wirtschaftsdelegation in China für bessere Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Volksrepublik. Und um die ist es derzeit tatsächlich nicht gut bestellt: China fährt im Oktober sowohl beim Im- als auch Export das schlechteste Ergebnis seit 2020 ein.

Die steigende Inflation und die hohen Zinssätze drückten auf die weltweite Nachfrage, während neuen Corona-Beschränkungen im Inland die Produktion und den Verbrauch ausbremsten – aktuell gibt es deshalb etwa beim iPhone Lieferprobleme.

Die Ausfuhren aus China schrumpften im abgelaufenen Monat um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus offiziellen Daten der Zollbehörde am Montag hervorgeht. Das ist eine drastische Kehrtwende gegenüber dem Anstieg von 5,7 Prozent im September. Die Exporte blieben deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die mit einem Anstieg von 4,3 Prozent gerechnet hatten.

Analysten hatten noch Plus erwartet

Die schwache Inlandsnachfrage, die durch neue Corona-Maßnahmen und Lockdowns im Oktober sowie durch die Abkühlung des Immobilienmarktes belastet wurde, schlug sich wiederum auf die Importe nieder. Die Einfuhren gingen den offiziellen Daten zufolge im Jahresvergleich um 0,7 Prozent zurück – nach einem Plus im September um 0,3 Prozent – und lagen damit unter dem von Analysten erwarteten Anstieg von 0,1 Prozent.

Die schwachen Handelszahlen für Oktober verdeutlichen die Herausforderung für die politischen Entscheidungsträger in China, da er Export einer der wenigen Lichtblicke für die angeschlagene Wirtschaft sind. Dies erhöht den Druck auf das verarbeitende Gewerbe und bedroht angesichts der anhaltenden Corona-Beschränkungen, dem angeschlagenen Immobilienmarkt und der globalen Rezessionsrisiken jede nennenswerte wirtschaftliche Wiederbelebung.

Auch Chinas Handel mit Deutschland ging im Oktober erneut um 5,7 Prozent spürbar zurück. Die chinesischen Exporte nach Deutschland sanken um 10,9 Prozent. Chinas Einfuhren aus Deutschland stiegen dagegen leicht um 0,5 Prozent. Während die chinesischen Ausfuhren in die Europäische Union um 7,7 Prozent scrumpften, fielen die Importe Chinas aus Europa um 5,1 Prozent.

Besonders deutlich nahm Chinas Außenhandel mit den USA um 10,4 Prozent ab. Die chinesischen Ausfuhren in die USA gingen um 12,6 Prozent zurück, während die Einfuhren aus den USA um 1,5 Prozent fielen.

apr/Reuters/dpa