Ebay trennt sich von Paypal - DER SPIEGEL
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Zahlungsdienstleister Ebay trennt sich von PayPal

Ebay will PayPal als Zahlungsdienstleister ersetzen. Kunden sollen aber zunächst nicht betroffen sein.
PayPal-Werbung in New York (Archiv)
PayPal-Werbung in New York (Archiv)

PayPal-Werbung in New York (Archiv)

Foto: Andrew Gombert / dpa
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Ebay verzichtet künftig auf die Dienste seiner ehemaligen Tochter PayPal als Zahlungsabwickler. Damit verliert der Bezahldienst einen Teil seines Geschäfts. Die Handelsplattform entschied sich für die niederländische Firma Adyen als künftigen Partner. Adyen soll die Rolle als Zahlungsabwickler Mitte 2020 übernehmen, wenn der Vertrag mit PayPal ausläuft.

Die PayPal-Aktie fiel nach der Ankündigung trotz guter Quartalszahlen zeitweise um gut sieben Prozent. Das Papier von Ebay legte dagegen um rund zehn Prozent zu.

Verbraucher sollen weiterhin PayPal als Bezahloption nutzen können, mindestens bis 2023. PayPal ist sowohl als Bezahldienst für Konsumenten als auch als Zahlungsabwickler im Hintergrund aktiv.

Ebay will künftig selbst als Mittelsmann bei Zahlungen auf der Plattform auftreten. Dann soll der Käufer das Geld nicht mehr direkt dem Verkäufer überweisen, sondern erst an Ebay, das seinerseits den Anbieter der Waren auszahlt. Die Umstellung solle mehrere Jahre dauern.

Ebay baut Angebot um

Ebay steht derzeit im Wettbewerb mit Amazon. Um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten, baute der US-Konzern sein Angebot um und vereinfachte seine Zahlungsmodalitäten, um mehr Kunden anzusprechen.

Unterdessen stieg der Ebay-Umsatz im vierten Quartal um neun Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Wegen einer Sonderbelastung im Zusammenhang mit der US-Steuerreform in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar rutschte der Konzern mit 2,6 Milliarden Dollar in die roten Zahlen.

Umsatz mit Ebay rückläufig

PayPal-Chef Dan Shulman sagte vor Analysten, Ebay sei zwar ein wichtiger Kunde, aber das Geschäft mit anderen Unternehmen sei zuletzt viel schneller gewachsen. Der Verlust der Ebay-Erlöse werde "durchaus zu managen sein".

Finanzchef John Rainey deutete zudem an, dass PayPal selbst angesichts unzureichender Profitabilität nicht an der Fortsetzung des Ebay-Deals interessiert gewesen sei.

PayPal hatte sich 2015 als eigenständiges Unternehmen von der langjährigen Konzernmutter abgespalten. Damals kam noch rund ein Viertel der PayPal-Erlöse von der Ebay-Plattform, ein Jahr später war es noch gut ein Fünftel. Zuletzt machte das Geschäft mit dem früheren Mutterkonzern rund 13 Prozent der Gesamtzahlungen aus.

PayPal steigerte den Überschuss im vierten Quartal im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 620 Millionen Dollar (499 Millionen Euro). Die Erlöse kletterten um 26 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

brt/dpa/Reuters