Möglicher Kampf gegen Deflation Draghi könnte sich Kauf von Kreditpaketen vorstellen
Draghi in Davos: Skeptisch gegenüber Staatsanleihekäufen im großen Stil
Foto: ERIC PIERMONT/ AFPLondon - Die Inflationsraten in der Euro-Zone gehen zurück, Ökonomen fürchten bereits eine Deflation. Nun hat Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) signalisiert, was er im Notfall unternehmen würde. Laut einem Zeitungsbericht wäre er bereit, verbriefte Kreditpakete zu kaufen. Bei einer Diskussionsrunde auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos habe Draghi diese Möglichkeit hervorgehoben, berichtet die "Financial Times".
Der EZB-Präsident zeigte sich demnach skeptisch gegenüber Staatsanleihekäufen im großen Stil, wie sie die Notenbanken Japans, Großbritanniens und der USA betreiben. "Es gibt keinen Grund, etwas auf diesem Feld zu tun", soll Draghi gesagt haben.
Stattdessen habe er mit Blick auf die Lage in der Euro-Zone die Vorteile von Wertpapierkäufen aus dem privaten Sektor betont. "Momentan ist die Verbriefung mehr oder weniger tot", zitiert die "Financial Times" Draghi. Die EZB könnte den Markt durch gezielte Ankäufe wieder in Gang bringen und so neue Spielräume zur Kreditvergabe schaffen.
Die Bündelung von Verbraucher- und Unternehmenskrediten zwecks Weiterverkauf in Form von Wertpapieren ist allerdings sehr umstritten. Die exzessive Nutzung dieser Praxis hatte in der Vergangenheit eine Kreditblase am US-Häusermarkt hervorgerufen, die 2007 platzte und das Weltfinanzsystem an den Abgrund brachte.