Fitnessarmbänder Fitbit geht an die Börse
Model mit Fitnessarmbändern: Börsengang soll 100 Millionen Dollar bringen
Foto: Britta Pedersen / dpaDie vor allem für ihre Fitness-Armbänder bekannte US-Firma Fitbit geht an die Börse. Die Aktienplatzierung soll laut Börsenprospekt 100 Millionen Dollar einbringen. Weil das Unternehmen für den Schritt seine Zahlen veröffentlichen muss, ist jetzt bekannt, dass Fitbit im vergangenen Jahr knapp elf Millionen Geräte verkaufte und den Umsatz mit gut 745 Millionen Dollar nahezu verdreifachte. Damit gelang dem Unternehmen aus San Francisco auch der Sprung in die schwarzen Zahlen mit einem Gewinn von mehr als 130 Millionen Dollar.
Die Marktposition der Anbieter solchen Fitnesszubehörs wird von einigen Experten angesichts des erwarteten Booms bei Computer-Uhren in Frage gestellt. So bietet die neue Apple Watch ebenfalls eine Reihe von Fitnessfunktionen. Skeptiker argumentieren, dass Fitnessbänder von den Smartwatches mit ihren vielen Funktionen verdrängt werden - ähnlich wie MP3-Player den Smartphones weichen mussten. Fitbit-Manager kontern, der unerschlossene Markt sei noch so groß, dass für unterschiedliche Geräte Platz sei.
Fitbit baute zuletzt die Produktpalette mit einem Fitnessband mit Herzfrequenz-Sensor sowie einer Sportuhr aus. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde der Umsatz mit fast 337 Millionen Dollar mehr als verdreifacht. Der Gewinn erreichte knapp 48 Millionen Dollar nach nur 9 Millionen im Vorjahresquartal.
In den vergangenen zwei Jahren ist Fitbit explosiv gewachsen. Noch 2012 betrug der Umsatz mit gut 76 Millionen Dollar nur gut ein Zehnte und die Firma verkaufte erst 1,3 Millionen Geräte. Seit dem Start 2007 brachte Fitbit insgesamt rund 20 Millionen Fitness-Tracker auf den Markt. Neben Armbändern, die vor allem Schritte und verbrauchte Kalorien zählen, hat Fitbit auch eine vernetzte Waage im Angebot. Außerdem steckte die Firma viel Arbeit in die Software, in der die Daten zusammengeführt und ausgewertet werden. Das Unternehmen hatte zuletzt 579 Mitarbeiter.
Dabei musste Fitbit vor gut einem Jahr einen empfindlichen Dämpfer einstecken. Das neue Top-Modell Force wurde Anfang 2014 vom Markt genommen, nachdem sich einige Nutzer über Probleme mit Hautausschlag beschwert hatten. Die Rückrufaktion kostete Fitbit insgesamt mehr als hundert Millionen Dollar, wie jetzt bekannt wurde. Die damit verbundenen Sammelklagen seien beigelegt worden.
Fitbit hat viele Konkurrenten. So besserten Rivalen wie Jawbone ihre Fitnessarmbänder vor dem Start der Apple -Uhr ebenfalls nach. Zudem sind Elektronikkonzerne wie Samsung , LG oder Huawei auch schon in dem Geschäft aktiv. Und der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi will Druck auf die Preise mit einem Fitnessarmband für etwas über zehn Euro machen.
Große Fitbit-Anteilseigner sind vor dem Börsengang vor allem Geldgeber wie True Ventures und Foundry Fund. Die Gründer James Park und Eric Friedman halten jeweils knapp elf Prozent der Aktien.