Geglückter Verkauf Volvo wird chinesisch
Volvo-Zentrale in Göteborg: Für zwei Milliarden an die Chinesen verkauft
Foto: OLIVIER MORIN/ AFPHamburg - Den Schweden wird das Herz bluten: Der amerikanische Autobauer Ford verkauft den symbolträchtigen Autohersteller Volvo an die Chinesen. Der US-Konzern und der chinesische Automobil- und Motorradhersteller Geely seien sich in wesentlichen Punkten über den Verkauf von Volvo einig geworden, teilte ein Gewerkschaftssprecher am Mittwoch in Stockholm mit. Auch Geely bestätigte die Einigung.
Der Vertrag werde voraussichtlich im ersten Quartal 2010 unterzeichnet, die Transaktion im zweiten Quartal abgeschlossen, teilte Ford mit. Demnach will Ford die defizitäre Tochter vollständig abgeben. Ford habe nicht die Absicht, einen Anteil an Volvo zu behalten, hieß es in der Erklärung.
Ford nannte zunächst keinen Preis. Informierten Kreisen zufolge dürfte der Kaufpreis für das Traditionsunternehmen etwa zwei Milliarden Dollar betragen. Der US-Konzern hatte den traditionellen Autohersteller aus Schweden vor zehn Jahren für 6,5 Milliarden Dollar übernommen.
Finanzkrise macht Verkauf notwendig
Zwei mit den Gesprächen vertraute Personen sagten, mit der Bekanntgabe wolle Geely die Finanzierung des Geschäfts sicherstellen und die Zustimmung der chinesischen Behörden beschleunigen. Einer der beiden eingeweihten Personen zufolge müssen noch Patentrechte geklärt werden.
Das US-Unternehmen hat seine seit dem letzten Jahr mit hohen Verlusten operierende Tochter in Schweden kurz nach Ausbruch der Finanzkrise zum Verkauf angeboten. Volvo produzierte 2008 mit 20.000 Beschäftigten knapp 375.000 Wagen. Das Unternehmen wurde trotz massiver Absatzeinbrüche immer als überlebens- und verkaufsfähig eingestuft.