Gutachter finden Transfergesellschaft für Schlecker "vertretbar" - DER SPIEGEL
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Bürgschaft der Länder Gutachter finden Schlecker-Transferlösung "vertretbar"

Hoffnung für 11.000 Schlecker-Beschäftigte: Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hält ihre Weiterbeschäftigung in einer Transfergesellschaft für "noch vertretbar". Der Betrieb der verbleibenden Läden sei jedoch "sehr herausfordernd".
Schlecker-Filiale in Frankfurt am Main: Viele Länder zögern noch
Schlecker-Filiale in Frankfurt am Main: Viele Länder zögern noch

Schlecker-Filiale in Frankfurt am Main: Viele Länder zögern noch

Foto: dapd
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Stuttgart - Bis Mittwoch muss die Entscheidung fallen: Dann sollen die Bundesländer entscheiden, ob sie für eine Transfergesellschaft bürgen, in der rund 11.000 Beschäftigte der insolventen Drogerie-Kette Schlecker unterkommen. Falls diese Auffanglösung nicht zustande kommt, droht den Schlecker-Mitarbeitern bereits Anfang April die Arbeitslosigkeit.

Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag der Länder hat eine Bürgschaft nun grundsätzlich positiv beurteilt. Das finanzielle Risiko sei "noch vertretbar", zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus dem Papier.

Die Zukunft der verbleibenden Schlecker-Filialen beurteilen die Wirschaftsprüfer allerdings als keineswegs gesichert. Es sei "nicht gewährleistet", dass sich innerhalb von sechs Monaten ein Investor finde, ein Weiterbetrieb in Eigenregie sei angesichts der vielen unrentablen Läden "sehr herausfordernd". Eine finanzielle Absicherung der Bürgschaft sei aber durch einen Verkauf der Schlecker-Gesellschaften in Spanien und Frankreich möglich.

Um eine Transfergesellschaft einzurichten, sind laut Insolvenzverwalter rund 70 Millionen Euro nötig. Sie sollen von der staatlichen Förderbank KfW kommen. Für den Kredit müssen aber die Bundesländer bürgen. Schlecker hat seinen Hauptsitz in Baden-Württemberg. Der baden-württembergische Wirtschaftsministers Nils Schmid (SPD) hat in Aussicht gestellt, dass sein Land für die Bürgschaft in Vorleistung tritt. Voraussetzung sei allerdings, dass die übrigen Länder bis Mittwoch ihr Einverständnis zu Bürgschaft und Transfergesellschaften geben.

Der Verteilungsschlüssel für die Bürgschaften könnte sich an den in einem Bundesland jeweils erhaltenen Arbeitsplätzen orientieren - auch diese Zahlen soll das PwC-Papier liefern. Zahlreiche Länder waren am Montag noch zu keiner Zusage bereit, ob sie sich finanziell an einer Transfergesellschaft beteiligen.

Kommt es zu keiner Einigung, werden laut Insolvenzverwalter noch am Mittwochabend die Kündigungen an die Mitarbeiter verschickt. Sie wären dann schon ab der kommenden Woche arbeitslos.

Die Gewerkschaft Ver.di bekräftigte ihre Forderung nach einer Transfergesellschaft. Auch wenn diese nur ein halbes Jahr finanziert würde, böte sie Vorteile, sagte Ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Die betroffenen Mitarbeiter müssten erst ein halbes Jahr später Arbeitslosengeld beantragen und erhielten zudem eine intensivere Qualifizierung als es die Bundesagentur für Arbeit leiste.

dab/dpa/AFP

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