Karstadt will mindestens 2000 Stellen streichen - DER SPIEGEL
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Harte Sanierung Karstadt will mindestens 2000 Stellen streichen

Den Karstadt-Mitarbeitern stehen harte Einschnitte bevor. Einem Zeitungsbericht zufolge stehen mindestens 2000 Jobs auf der Streichliste. Besonders betroffen: die Zentrale in Essen.
Karstadt-Filiale in Magdeburg: Ein Viertel der Jobs in Essen gefährdet
Karstadt-Filiale in Magdeburg: Ein Viertel der Jobs in Essen gefährdet

Karstadt-Filiale in Magdeburg: Ein Viertel der Jobs in Essen gefährdet

Foto: Jens Wolf/ dpa
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Berlin - Mehr als jeder vierte Mitarbeiter in der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen muss um seinen Job bangen. Das berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Das Gremium hatte am vergangenen Donnerstag zum ersten Mal seit der Übernahme durch den österreichischen Investor René Benko getagt. Seitdem ist offenbar auch klar: Karstadt will 2000 seiner knapp 17.000 Stellen streichen. Zunächst. In Essen sollen 400 von 1400 Stellen wegfallen.

Am Ende könnten noch mehr Jobs betroffen sein, da eine mögliche Schließung von Filialen in den Zahlen nicht enthalten sei, berichtet die "WAZ". Beschlüsse dazu seien nicht gefallen. Das könne aber in der Sitzung des Aufsichtsrats im Oktober geschehen. Experten rechnen damit, dass zwischen 20 und 30 der 83 Karstadt-Standorte verkleinert oder geschlossen werden müssen.

Ohne Sanierung droht 2016 die Insolvenz

Ohne eine harte Sanierung würde der traditionsreichen Warenhauskette nach Überzeugung des Managements bis 2016 die nächste Insolvenz drohen, schreibt die Zeitung weiter. Bis dahin hat der Vorstand auf Basis des jetzigen Filialnetzes und Personalstands Verluste von 209 Millionen Euro hochgerechnet, wie die Aufsichtsratskreise bestätigten. In etwa diese Größenordnung müsste demnach das Sparprogramm sein, um Karstadt aus der Verlustzone zu führen. Diese Zahl hatte auch die "Bild am Sonntag" unter Verweis auf ein Schreiben des Gremiums an alle Führungskräfte des Konzerns genannt. Darin heißt es zudem, ohne Gegenmaßnahmen wären die Finanzreserven ab März aufgebraucht, der Zeitung zufolge ist damit März 2016 gemeint.

Der Tiroler Investor René Benko hatte die Kaufhauskette im August für einen symbolischen Euro von Nicolas Berggruen übernommen. Bereits am Donnerstag kündigte der neue Karstadt-Aufsichtsrat an, die Warenhauskette umfassend zu sanieren.

In der nächsten Woche wollen zudem Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter über die künftige Bezahlung der Beschäftigten verhandeln. Die Tarifgespräche sind für kommenden Freitag in Göttingen geplant.

yes/Reuters