Rohstoffboom Chinesen sichern sich Zugriff auf weltgrößtes Kokskohle-Feld
Kohlegrube in Tavan Tolgoi: Mega-Deal besiegelt
Foto: Adrian Bradshaw/ dpaShanghai - Es geht um sechs Milliarden Tonnen Kokskohle - und um das Recht, einen Teil davon zu fördern. Jetzt hat sich ein Konsortium bei dem lukrativen Rohstoff-Deal zur Ausbeutung der weltgrößten Kokskohlevorkommen durchgesetzt. Ein Unternehmen unter Führung des chinesischen Kohleherstellers Shenhua soll einen Anteil von 40 Prozent am westlichen Tsankhi-Block der Kohlegrube Tavan Tolgoi erhalten. Das teilte die mongolische Regierung am Dienstag mit. Das Kokskohlefeld liegt in der Gobi Wüste auf dem Staatsgebiet der Mongolei.
Weitere 36 Prozent der Förderung sind für ein Konsortium unter russischer Führung vorgesehen. Der US-Bergbaukonzern Peabody Energy soll die restlichen 24 Prozent kontrollieren. Dies geht aus einem Vorschlag hervor, der dem mongolischen Parlament am Mittwoch vorgelegt werden soll. Der Antrag sieht die Zahlung von einer Milliarde Dollar der beteiligten Firmen an die mongolische Regierung vor.
In dem Tavan-Tolgoi-Gebiet liegen gigantische Rohstoffreserven. Unter anderem findet sich auf dem 68.000 Hektar großen Gelände das weltgrößte unberührte Kokskohlevorkommen. Der Tsankhi-Block, um den sich zahlreiche Unternehmen einen Bieterwettstreit lieferten, enthält Kohlereserven von 1,2 Milliarden Tonnen, 65 Prozent davon sind Kokskohle. Diese ist für die Stahlherstellung von großer Bedeutung.
Das Tavan-Tolgoi-Gebiet hat laut "Financial Times Deutschland" eine geschätzte Lebensdauer von 30 Jahren bei einer Produktionsrate von 15 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr. Da die Lagerstätte jedoch mitten in der Wüste Gobi liegt, sind nach Schätzungen von Experten 7 Milliarden Dollar für die Entwicklung nötig.
Der chinesische Kohleproduzent Shenhua gab zusammen mit dem japanischen Handelshaus Mitsui & Co ein Angebot ab. Zu dem japanisch-russisch-koreanischen Konsortium gehören unter anderem die Firmen Posco, LG Corp und Daewoo International, die russische Staatsbahn sowie die japanische Itochu zusammen mit weiteren Handelshäusern.