Kriselnde Tochter VW setzt Deutschen an Spitze von Seat
Bisheriger Seat-Chef Muir (auf dem Pariser Autosalon): Amtszeit von Verlusten geprägt
Foto: Uli Deck/ dpaBarcelona - Die kriselnde spanische VW-Tochter Seat bekommt einen neuen Chef: Der 51-jährige Deutsche Jürgen Stackmann sei mit Wirkung zum 1. Mai 2013 zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen worden, teilte der Automobilhersteller aus Martorell bei Barcelona auf seiner Homepage mit.
Der Diplom-Betriebswirt Stackmann begann seine Karriere 1989 bei Ford. 2010 wechselte er zu VW. Seit vergangenem September war er für das Marketing des Volkswagen-Konzerns und der Marke Volkswagen Pkw verantwortlich.
Stackmann tritt die Nachfolge des Schotten James Muir an, der den Angaben zufolge eine leitende Funktion im Volkswagen-Konzern übernimmt. Die Amtszeit des im September 2009 zum Vorstandsvorsitzenden von Seat berufenen Muir war von Verlusten geprägt. Im vergangenen Jahr hatte das VW-Sorgenkind zwar seine Ergebnisse verbessern können, weiterhin aber rote Zahlen geschrieben. Die Nettoverluste 2012 waren im Vergleich zum Vorjahr um gut die Hälfte auf 30 Millionen Euro gesunken.
Abhängigkeit von Südeuropa nicht genügend reduziert
Ein VW-Sprecher wollte sich zu Muirs neuer Funktion im Volkswagen-Konzern nicht äußern und verwies darauf, dass Details später mitgeteilt werden sollten. Er ließ auch offen, ob es sich um eine neu geschaffene Führungsposition handele oder ob Muir seinerseits wieder jemanden ablöse.
Obwohl er die Präsenz der Marke in Nordafrika und Lateinamerika gestärkt und vor einem Jahr auch den Markteintritt Seats in China eingeläutet habe, habe Muir nicht schnell genug die Abhängigkeit des Herstellers von den krisenerschütterten Märkten Südeuropas reduzieren können, analysierte das Wirtschaftsportal "Economía Digital".
Seat ist inzwischen in 77 Ländern präsent. Der Autobauer leidet unter der Wirtschaftskrise in seinem Heimatland Spanien und anderen Ländern Südeuropas: Insgesamt lieferte man im vorigen Jahr 321.000 Fahrzeuge aus, 8,3 Prozent weniger als 2011. Muir hatte jüngst eingeräumt, dass das Unternehmen voraussichtlich auch 2013 keine Gewinne erwirtschaften werde.