Betriebsratschefin Steinborn Siemens holt erste Frau in Spitze des Aufsichtsrats
Siemens-Betriebsratschefin Steinborn: Neuer Posten im Aufsichtsrat
Foto: DPA/SiemensMünchen - Siemens bekommt erstmals seit Inkrafttreten des Mitbestimmungsgesetzes vor fast 40 Jahren eine Frau als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. Das haben die Kapital- und Arbeitnehmervertreter beim letzten Treffen des Kontrollgremiums in diesem Jahr beschlossen. Nach dem Beschluss soll die derzeitige Gesamtbetriebsratschefin und Siemens-Aufseherin Birgit Steinborn den früheren IG Metall-Chef Berthold Huber ablösen.
Er wird sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats nach der Hauptversammlung Ende Januar an Steinborn abgeben. Geleitet wird das Kontrollgremium nach wie vor von dem ehemaligen ThyssenKrupp-Manager Gerhard Cromme.
Huber hatte seinen Rückzug bereits vergangene Woche bei der alljährlichen Betriebsrätekonferenz des Konzerns in Berlin angekündigt. Allerdings blieb zunächst offen, ob wieder ein externer Gewerkschaftsvertreter und Abgesandter der Frankfurter IG-Metall-Zentrale den Sitz als Vize-Chefkontrolleur übernehmen soll oder der oberste Betriebsratschef des Konzerns, wie es in dem Unternehmen eigentlich Tradition ist.
Die Frage wurde nun zugunsten von Birgit Steinborn geklärt. Die langjährige Arbeitnehmervertreterin und studierte Soziologin gilt als umgänglich und verbindlich im Ton, aber hart, wenn es um Sachthemen geht. Leicht dürfte es Siemens-Chef Joe Kaeser mit der 54-Jährigen jedenfalls nicht haben.