Softwarehersteller Office beschert Microsoft Milliardengewinn
Microsoft-Boss Steve Ballmer: Weniger neue Computer, dafür mehr Software verkauft
Foto: Steffen Schmidt/ dpaSeattle - Der Softwarekonzern Microsoft hat die schwächelnden Verkäufe von neuen Computern gut weggesteckt. Die starke Nachfrage nach der Bürosoftware Office 2010, der Spielekonsole Xbox 360 und der dazugehörigen Bewegungssteuerung Kinect glichen die geringere Nachfrage nach dem Betriebssystems Windows 7 mehr als aus.
So verdiente Microsoft im abgelaufenen Vierteljahr deutlich mehr als vor einem Jahr: Der Umsatz stieg im dritten Geschäftsquartal um 13 Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 31 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. "Wir haben starke Zahlen vorgelegt in einem gemischten Umfeld für PC", sagte Finanzchef Peter Klein am Donnerstag am Firmensitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington.
Analysten hatten in etwa mit diesen Ergebnissen gerechnet. Microsoft profitierte allerdings auch von einer einmaligen Steuergutschrift. Die Aktien legten im nachbörslichen Handel zunächst leicht zu, gaben dann aber mehr als zwei Prozent nach.
Windows wird meist zusammen mit einem neuen PC ausgeliefert. Seit dem Siegeszug von Tablet-Computern und Smartphones halten sich viele Privatkunden aber zurück, insbesondere bei Notebooks. So war es das zweite Quartal in Folge, in dem der Umsatz in der Windows-Sparte im Vergleich zum Vorjahr rückläufig war. Die Umsätze mit Windows gingen demnach um 4 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zurück.
Microsoft drängt deshalb mit Macht auch in die neuen mobilen Geräte und hat sich dazu mit dem weltgrößten Handyhersteller Nokia verbündet. Die Business-Sparte, zu der auch das Office-Paket gehört, legte um 21 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar zu. Mittlerweile wirft der Zweig auch mehr Gewinn als Windows ab. Die Unterhaltungssparte verbesserte ihren Umsatz sogar um 60 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.