Übernahmeangebot: Murdoch greift nach der Formel 1 - DER SPIEGEL
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Übernahmeangebot Murdoch greift nach der Formel 1

Der Medienmogul will ins Rennsportgeschäft einsteigen: Rupert Murdoch hat dem Formel-1-Eigner CVC offiziell sein Übernahmeinteresse signalisiert. Auch der italienische Agnelli-Clan mischt mit.
Medienunternehmer Murdoch mit seiner Gattin Wendy: Übernahmeangebot für Formel 1
Medienunternehmer Murdoch mit seiner Gattin Wendy: Übernahmeangebot für Formel 1

Medienunternehmer Murdoch mit seiner Gattin Wendy: Übernahmeangebot für Formel 1

Foto: Peter Kramer/ AP
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Istanbul - Es geht um die wichtigste Rennsportserie der Welt: Die Formel 1 hat ein Übernahmeangebot von Medienunternehmer Rupert Murdoch erstmals offiziell bestätigt. Der Mehrheitseigner CVC Capital Partners erklärte, dass ein Konsortium "freundlich" an sie herangetreten sei. Die Gruppe bestehe aus Murdochs News Corp.   und der Investmentgruppe Exor, die von der italienischen Agnelli-Familie mit kontrolliert wird.

"CVC erkennt die Qualität von Exor und News Corp. als potentielle Investoren an, aber jedes Investment in die Formel 1 benötigt die Zustimmung von CVC und muss zeigen, dass es im Interesse des Sports und der Anteilseigner ist", teilte die Firma mit. Derzeit stehe die Rennserie nicht zum Verkauf und News-Corp.-Chef James Murdoch habe versichert, dass er keine feindliche Übernahme plane, hieß es weiter. CVC gehören mehr als 60 Prozent an der Formel-1-Holding Delta Topco.

Die Vermarktung der Formel 1 muss Ende kommenden Jahres neu verhandelt werden. Über ein Angebot von Murdoch wird seit einigen Wochen spekuliert. Im "Guardian" wurde kürzlich ein Informant mit den Worten zitiert, Murdoch führe auch mit dem reichsten Mann der Welt, dem Mexikaner Carlos Slim, Gespräche über einen gemeinsamen Kauf der Rennserie.

Ecclestone gibt sich skeptisch

News Corp. ist bereits im Fußball groß im Geschäft. Der Konzern besitzt die Rechte für einen Großteil der Live-Übertragungen der britischen Premier League. Sollte der Konzern nun bei der Formel 1 einsteigen, könnte dies für die britische BBC zum Problem werden. Derzeit hat die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt noch die Übertragungsrechte für die höchste Rennsportklasse.

Der von CVC als Formel-1-Boss eingesetzte Bernie Ecclestone, selbst Anteilseigner bei der Formel 1, sagte allerdings: "Ich weiß, dass CVC nicht verkaufen will und langfristig plant, daher wird es schwer." Wenn jemand viel Geld biete, könne man verhandeln: "Ich habe aber das Bauchgefühl, dass das nicht passieren wird." CVC hatte die Formel-1-Anteile 2006 für geschätzte zwei Milliarden Euro gekauft. Inzwischen wird der Wert der Königsklasse zumindest von Ecclestone als doppelt so hoch eingeschätzt.

Hinter Murdochs Partner, dem Investor Exor, steht mit der Agnelli-Familie der Besitzer des Fiat-Konzerns. Ein Teil des Unternehmens ist Ferrari, das wiederum einer der wichtigsten Teilnehmer bei der Formel 1 ist. Die Übernahme könnte ein Versuch sein, die Kontrolle über die Königsklasse zu gewinnen - mit Blick auf das Alter von Ecclestone (80) und das Ende 2012 auslaufende Concorde Agreement, das unter anderem die Geldverteilung in der Formel 1 regelt.

Zu Murdochs News Corp. gehören das Filmstudio 20th Century Fox, die Fernsehsenderkette Fox, Zeitungen wie das "Wall Street Journal", die britischen "Times" und "Sun" sowie Buchverlage. In Deutschland kontrolliert Murdoch den in der Dauerkrise steckenden Bezahlsender Sky Deutschland. In Großbritannien verleibt sich der Medienmogul die Fernsehgruppe BSkyB komplett ein.

Allerdings wurde das Geschäft der Gruppe zuletzt getrübt. Nach dem Medienkonzern Time Warner hat auch die News Corp. über ein flaues Filmgeschäft im ersten Quartal berichtet. Der Konzerngewinn fiel daraufhin um 24 Prozent auf 639 Millionen Dollar. Mit dem Ergebnis enttäuschte News Corp. die Erwartungen der Anleger. Auch ein teurer Rechtsstreit drückte auf das Ergebnis. Einziger Lichtblick war das Fernsehgeschäft, das dank der vielen Werbespots florierte. Der Umsatz bröckelte um sechs Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar ab.

cte/dapd/dpa