Digitalisierung der Verwaltung Volkswagen will bis zu 7000 Stellen streichen
Bernd Osterloh (Archivbild)
Foto: Julian Stratenschulte/ dpaDer Autobauer Volkswagen will offenbar Tausende Stellen streichen. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte der "Braunschweiger Zeitung ", der Vorstand plane den Abbau von 5000 bis 7000 Stellen in der Verwaltung der Kernmarke VW Pkw. Darüber müsse das Management aber noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln. Grund für den Abbau sei die Einführung moderner IT-Systeme.
Der Betriebsratschef forderte der Zeitung zufolge einen Fahrplan, "damit wir vorausschauend über die nächsten Jahre die Altersteilzeit nutzen können, um unsere Personalbedarfe so anzupassen, dass sie zu den aus Digitalisierung resultierendem Aufgabenentfall passen". Einem Betriebsratssprecher zufolge hat Volkswagen in Deutschland eine bis 2025 gültige Beschäftigungsgarantie, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.
Das "Handelsblatt" hatte zuvor über die Pläne berichtet . Das Management wollte den Bericht nicht kommentieren. Bereits im Dezember hatte Volkswagen Einsparungen angekündigt, um Investitionen in Elektroautos und Digitalisierung stemmen zu können. Stellenstreichungen wollte Marken-Finanzvorstand Arno Antlitz schon damals nicht ausschließen.
Osterloh kritisierte in der "Braunschweiger Zeitung" die Konzernführung um Herbert Diess: "Es kann nicht sein, dass hier Milliarden versenkt werden und das bleibt ohne Folgen", sagte er. Allein Versäumnisse bei der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP hätten VW mindestens eine Milliarde Euro gekostet.
Osterloh sagte, es werde keine Gespräche über Maßnahmen zur Effizienzsteigerung geben, bis die Frage geklärt sei, wer die Verantwortung für die "großen Fehlentwicklungen" im Unternehmen trage und welche personellen Konsequenzen das habe.