Weltgrößter Einzelhändler Wal-Mart soll illegal in Indien investiert haben
Gartenpflege vor einem indischen Wal-Mart: Illegale Investitionen in Indien?
Foto: KRISHNENDU HALDER/ REUTERSLondon - Indien schützt seinen Lebensmitteleinzelhandel gesetzlich gegen ausländische Direktinvestitionen - Wal-Mart hat das offenbar umgangen. Wie die "Financial Times" berichtet, soll der weltgrößte Einzelhändler heimlich und an den Gesetzen vorbei 100 Millionen Dollar in eine indische Supermarktkette investiert haben.
Die Zeitung beruft sich auf ein Dokument des indischen Wirtschaftsministeriums. Die dortigen Behörden würden den Fall nun untersuchen. Wal-Mart wies in dem Bericht jegliches Fehlverhalten zurück. Der Konzern halte sich an geltendes Recht und habe Einzelheiten mit den entsprechenden Behörden in Indien abgesprochen.
Bisher ist ausländischen Unternehmen eine direkte Investition in indische Handelsunternehmen verboten. Die Regierung hat aber entschieden, diese künftig zuzulassen. In Indien hat Wal-Mart eine Partnerschaft mit der Supermarktkette Easyday, die Bharti Enterprises gehört. Effektiv wird das Geschäft aber vor allem von Wal-Mart-Managern geführt.
Der US-Konzern macht seit Jahren in Indien Geschäfte und hofft darauf, nach der anstehenden Liberalisierung des Einzelhandels im großen Stil expandieren zu können. Die Ermittlungen könnten dieses Vorhaben erschweren.
In den USA laufen aktuell Ermittlungen gegen den Handelskonzern in einer anderen Sache. Wal-Mart wird verdächtigt, dass Manager der mexikanischen Tochter Beamte bestochen haben, um schneller an Baugenehmigungen für neue Läden heranzukommen. Das amerikanische Topmanagement soll davon gewusst und geschwiegen haben.