Warnung: Lebensmittel-Preise steigen massiv - DER SPIEGEL
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Warnung Lebensmittel-Preise steigen massiv

Die Welternährungsorganisation der Uno warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen, die besonders arme Länder treffen. Bereits 2011 drohen außerdem Engpässe bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln - wenn die Ernten nicht deutlich gesteigert werden.
Reisgericht in Port-au-Prince:
Reisgericht in Port-au-Prince:

Reisgericht in Port-au-Prince:

Foto: A2800 epa Kena Betancur/ dpa
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Rom - Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat vor steigenden Preisen für Lebensmittel gewarnt. Die Preise für Grundnahrungsmittel seien seit dem vergangenen Jahr drastisch gestiegen, weitere Zuwächse seien zu befürchten, sollte die landwirtschaftliche Produktion 2011 nicht deutlich zulegen. Die Gesamtausgaben für Lebensmittelimporte könnten 2010 die Billionen-Dollar-Marke sprengen, berichtete die FAO am Mittwoch.

"Durch den nicht nachlassenden Druck auf weltweite Preise, muss die internationale Gemeinschaft wachsam gegenüber Versorgungsschocks im Jahr 2011 sein und sich vorbereiten", gab die Agentur in ihrem Ernährungsbericht bekannt. Zudem korrigierte die Agentur ihre Produktionsprognose für Getreide um zwei Prozent nach unten. Zuvor hatte sie einen Anstieg um 1,2 Prozent prognostiziert. Lediglich die Reisproduktion solle ansteigen.

Zuletzt waren die Getreidepreise im August in die Höhe geschossen, nachdem Russland einen Ausfuhrstopp für Weizen verhängte, da Dürre die Bestände dezimiert hatte. Auch die Ukraine, ein weiterer Großproduzent, erließ wegen schlechter Erträge Exportquoten für Weizen. Nach Angaben der FAO müsse vor allem die Produktion von Weizen, Mais und Soja angekurbelt werden, um weitere Preissteigerungen abzuwenden.

Denn dazu kommt, dass sich nicht allein wetterbedingte Missernten, Einschränkungen mancher Exportländer und die Währungsschwankungen im letzten halben Jahr negativ niedergeschlagen haben. Auch die globalen Getreidebestände drohen dadurch rapide abzunehmen, und zwar um sieben Prozent: In den Lagern werden weniger Gerste, Mais und Weizen sein.

Das ausreichende Angebot an Reis, Weizen und Mais mache eine Ernährungskrise wie 2007/2008 aber unwahrscheinlicher. Damals hatten Engpässe zu Unruhen in Entwicklungsländern und Hamsterkäufen in Industriestaaten geführt.

ore/dapd/Reuters