US-Bilanzeid: Ein paar schwarze Schafe bleiben - DER SPIEGEL
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US-Bilanzeid Ein paar schwarze Schafe bleiben

Die meisten der 695 US-Unternehmen, die bis Mittwoch ihren Bilanzeid ablegen mussten, haben dies auch getan. Doch einige Unternehmen, die auch die größten Bilanzskandale auslösten, brachten die geforderten Unterlagen nicht bei.
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New York – Bis Mittwochabend sind bei der US-Börsenaufsicht SEC Erklärungen von 649 Unternehmen eingegangen, die entweder den geforderten Bilanzeid beinhalteten oder die Bereitschaft, dies in den nächsten Tagen nachzureichen. Insgesamt hat die SEC 942 Unternehmen aufgefordert, ihre Bilanzen von den Firmenchefs und Finanzvorständen unterzeichnen lassen. Für 695 galt der 14. August als Frist. Der momentane Stand der Rückläufe kann auf der Internet-Seite der SEC verfolgt werden.

Damit ließ nur ein geringer Teil der betroffenen Firmen die Frist verstreichen. Diesen Unternehmen drohen nach Einschätzung von Analysten empfindliche Kursverluste an der Börse. "Wenn es da draußen noch immer ein paar wirklich schwarze Schafe gibt, dann werden sie möglicherweise nicht aufhören ihre Rechnungslegung zu fälschen" sagte beispielsweise John Olson, Analyst von Gibson Dunn & Crutcher.

Die Unternehmen, die für die Bilanzskandale und den nachfolgenden Vertrauensverlust der Börsianer verantwortlich sind, haben ihren Bilanzeid noch nicht geleistet: WorldCom  , Enron   und Adelphia Communications baten um Aufschub. Auch Firmen des schwer erschütterten Energiesektors, die derzeit ihre Bilanzpraxis umstellen, lieferten die geforderten Unterlagen nicht rechtzeitig. Die größten von ihnen waren Dynergy, Mirant und CMS Energy.

Entgegen zeitweise anders lautender Spekulationen beeideten auch AOL-Time-Warner-Chef Richard Parsons und Finanzvorstand Wayne Pace die Firmenbücher, wie der weltgrößte Medienkonzern mitteilte. In der Nacht zum Donnerstag hatte der Konzern zudem eingeräumt, dass seine Online-Sparte AOL möglicherweise zu hohe Umsätze ausgewiesen hatte. Die SEC hat mittlerweile laut "Financial Times" erklärt, ihre Ermittlungen im Fall AOL auszuweiten. Auch das Pharma-Unternehmen Bristol-Myers Squibb schloss mögliche Bilanzierungs-Irrtümer nicht aus, dennoch leisteten die Top-Manager des Unternehmens die geforderte Unterschrift.

Die US-Aktienmärkte, die bereits am Mittwoch den regen Eingang der Firmenerklärungen mit einer Kursrallye im späten Geschäft honoriert hatten, zogen am Donnerstag weiter an. Ein Teil der Gewinne ging jedoch wegen überraschend schwacher US-Konjunkturdaten im Verlauf wieder verloren.