Verbraucherschutz Greenpeace warnt vor Trauben von Real
Hamburg/Mönchengladbach - "Kernlose Tafeltrauben Sultanas" heißt das Produkt, vor dem Greenpeace warnt und das die Supermarktkette Real vertreibt. Laboruntersuchungen im Auftrag von Greenpeace hätten ergeben, dass bei den türkischen Trauben die sogenannte akute Referenzdosis (ARfD) für das Pestizid Procymidon um mehr als das Doppelte überschritten wurde. Das teilte Greenpeace am Donnerstag in Hamburg mit.
Real erklärte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE: "In der EU-Verordnung über Höchstwerte für Pestizidrückstände wurde für Tafeltrauben ein zulässiger Höchstgehalt von 5 mg/kg festgelegt. Die Verwendung von Procymidon auf Tafeltrauben ist somit zulässig."
Die Überschreitung der ARfD kann nach Informationen von Greenpeace bei Kindern und Erwachsenen akute Gesundheitsschäden verursachen. Gegen den Mutterkonzern Metro erstattet die Umweltschutzorganisation Strafanzeige wegen der wiederholten Vermarktung nicht verkehrsfähiger und potentiell gesundheitsschädigender Lebensmittel.
Die ARfD wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgelegt. Obwohl im vorliegenden Fall der entsprechende Grenzwert überschritten war, wurde die geltende EU-Pestizid-Höchstmenge eingehalten. Bei der Festlegung der Höchstmengen für Pestizide berücksichtigte die EU-Kommission den ARfD-Wert nicht, erklärte Greenpeace.
"Es darf nicht sein, dass immer wieder Tafeltrauben in Deutschland verkauft werden, die die Gesundheit der Verbraucher gefährden", sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. "Der Verkauf solcher Trauben muss gestoppt werden. Wir fordern die EU-Kommission und Bundesregierung auf, die Lebensmittelüberwachung zu verbessern und die Grenzwerte für Pestizide in Lebensmitteln zu verschärfen."
sam/ddp