INSOLVENZ Verdacht gegen Refugium-Chef
Der Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier verdächtigt den Chef des Seniorenheimbetreibers Refugium, Klaus Küthe, die bis vor kurzem am Neuen Markt notierte Firma möglicherweise bewusst in ein Vergleichsverfahren getrieben zu haben. Ringstmeier hat die Geschäftsunterlagen Küthes beschlagnahmt. »Wir prüfen Ansprüche, die die Vergangenheit betreffen«, bestätigt der Insolvenzverwalter. Hintergrund der Ermittlungen sind unter anderem Informationen, die der ehemalige Refugium-Berater George Naskaris in einem Brief dem Insolvenzgericht sowie als Durchschlag der Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin und weiteren Ministern mitgeteilt hat. Danach habe es noch wenige Wochen vor der Insolvenz mehrere Interessenten gegeben, die Refugium übernehmen wollten. Die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers beispielsweise sei bereit gewesen, 120 Millionen Mark für 65 Prozent der Anteile an Refugium zu bezahlen. Bei der Investmentbank wird die Existenz eines Letter of Intent bestätigt, der aber nie unterschrieben worden sei. Auch das US-Brokerhaus Merrill Lynch, so berichtet Berater Naskaris in dem Brief, habe Interesse an Refugium und dem Altenheimbesitzer Pako Immobilien gehabt, denen ein Teil der von Refugium betriebenen Häuser gehört. Küthe weist die Vorwürfe zurück und sieht sich als Opfer von Dietrich Walther: Der Chef der Pako und ehemalige Refugium-Aufsichtsratschef habe alle Lösungen bei Refugium blockiert.