Versandhaus-Pleite: Guttenberg bremst bayerische Quelle-Retter - DER SPIEGEL
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Versandhaus-Pleite Guttenberg bremst bayerische Quelle-Retter

Zitterpartie bei Quelle: Der Freistaat Bayern hat Staatshilfen bereits fest zugesagt, doch ausgerechnet der oberfränkische Bundeswirtschaftsminister Guttenberg warnt vor einem Schnellschuss - und verlangt vom Pleite-Versandhaus mehr Sicherheiten. Dabei wird die Zeit immer knapper.
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Berlin - Um die Rettung des Pleite-Versandhauses Quelle wird weiter gerungen: Der Bund will den beantragten Massekredit für das Unternehmen nicht endgültig bewilligen. "Ein Massekredit kann eine Option sein", sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Donnerstag in Berlin. Aber dafür müsse es Sicherheiten geben.

Quelle-Paket: Vorschnelle Vollzugsmeldung aus Bayern

Quelle-Paket: Vorschnelle Vollzugsmeldung aus Bayern

Foto: Eckehard Schulz/ AP

Ungewiss bleibt, wann der Bund sich entscheidet: "Diese Sicherheiten werden gerade durch die Bundesregierung überprüft (...) und diese Überprüfung dauert nach meinem Kenntnisstand (...) an", sagte der Wirtschaftsminister. Er hoffe für die Beteiligten, dass es schnell geht.

Anders in Bayern und Sachsen: Auf die Hilfe der beiden Freistaaten kann sich Quelle verlassen, wie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte. Die Freistaaten seien uneingeschränkt bereit, dem insolventen Versandhaus finanziell zu helfen.

Im Unternehmen selbst gibt man sich daher zuversichtlich: "Wir warten stündlich auf die Zusage aus Berlin, dass die Kreditzusage der KfW uns erteilt wird", sagte Quelle-Chef Konrad Hilbers am Donnerstag in Nürnberg. Zugleich dankte er dem Ministerpräsidenten Seehofer, dass dieser "sich den politischen Hut aufgesetzt hat" und dafür kämpfe, dass das Unternehmen eine Handbreit Wasser unter den Kiel bekomme.

Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg kritisierte die widersprüchlichen Aussagen aus Bund und Ländern. Es habe "an einigen Ecken Kommunikationsschwierigkeiten" gegeben. Aus dem Bürgschaftsausschuss seien andere Signale gekommen. Er habe keinen Zweifel, dass es eine grundsätzliche Bereitschaft gebe, dem Versandhaus zu helfen, sagte Görg.

Die Arcandor-Tochter braucht 50 Millionen Euro, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und den Druck des Winterkatalogs bezahlen zu können. Die Hälfte der Summe wollen Bayern und Sachsen beisteuern, die andere soll vom Bund kommen.

Über eine Nothilfe für den insolventen Versandhändler Quelle hatte es am Mittwoch große Unsicherheiten gegeben. Zwar teilte das bayerische Wirtschaftsministerium mit, der Bürgschaftsausschuss habe sich auf einen Massekredit für das Unternehmen geeinigt. Kurze Zeit später wurde jedoch deutlich, dass eine endgültige Entscheidung längst nicht gefallen ist.

Quelle hatte ursprünglich eine Staatsbürgschaft über 50 Millionen Euro beantragt - vor allem, um den Druck des Winterkatalogs zu finanzieren. Dieser ist für das Unternehmen überlebenswichtig, weil er die größten Umsätze erzielt. Die Länder Bayern und Sachsen hatten bereits zugesagt, sich zu beteiligen. Wegen des hohen Ausfallrisikos gab es im Bürgschaftsausschuss aber Bedenken. Daher wurde letztendlich der Massekredit beantragt.

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yes/AP/ddp