Vivendi-Absahner Messier Sonnenkönig mit Mietrückstand
Paris - "Er ist bis Ende März geblieben. Wir verlangen deshalb drei Monate Miete", sagte Fortou bei seiner ersten Hauptversammlung als Chef von Vivendi Universal. Seinen Angaben zufolge kostet das Appartment an der New Yorker Park Avenue monatlich 31.000 Dollar Miete, die Messier seit Anfang 2003 nicht mehr bezahlte. Der ehemalige Vivendi-Chef war nach seinem unehrenhaften Abgang im Juli 2002 weiter in der Wohung geblieben, die Vivendi für rund 17,5 Millionen Dollar für ihn gekauft hatte. Vivendi hatte Messier bei seinem Abgang keine Abfindung bezahlt, Messier verlangt jedoch weiterhin rund 20 Millionen Euro für seine Dienste.
Nach ersten Berechnungen des Nachfolgers haben die Aktionen Messiers den Konzern Unsummen gekostet: Insgesamt bezifferte Fortou die Wertvernichtung auf 30 Milliarden Euro. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr größere Teile seiner Entertainment-Sparte verkaufen. Nach den Worten Fourtous könnte der Wert der in diesem Jahr veräußerten Unternehmensteile noch sieben Milliarden Euro übersteigen. Allerdings habe Vivendi Universal noch keine Angebote für seine Musik-Sparte erhalten.
Auf der Hauptversammlung sagte Fourtou, 2002 sei ein "schmerzhaftes Jahr" gewesen. 2003 werde ein "Jahr des Übergangs mit einigen Unsicherheiten hinsichtlich der Umsetzung unserer Ziele". Im Zentrum der Bemühungen werden der Verkauf der amerikanischen Teile der neu formierten Sparte Vivendi Universal Entertainment (VUE) sein. In der Sparte sind unter anderem die Hollywood-Filmstudios, die Freizeitparks und die US-Kabelfernsehgesellschaften zusammengefasst.