Volkswagen-Konzern: Audi-Chef wechselt zu Rolls-Royce - DER SPIEGEL
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Volkswagen-Konzern Audi-Chef wechselt zu Rolls-Royce

Der Aufsichtsrat von VW hat weitreichende Veränderungen beschlossen: Audi-Chef Paefgen muss seinen Job an Entwicklungschef Martin Winterkorn abgeben. Zudem wird der Konzern in zwei Markengruppen aufgeteilt.
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Wolfsburg - Der Aufsichtsrat, der seit 10 Uhr in Wolfsburg tagt, hat weit reichende Entscheidungen für die Zukunft des Konzerns getroffen. Audi-Chef Franz-Josef Paefgen muss seinen Stuhl für den bisherigen Entwicklungsvorstand Martin Winterkorn freimachen. Paefgen bekommt einen Platz im Audi-Aufsichtsrat und wechselt an die Spitze der Konzerntochter Rolls-Royce/Bentley. Der designierte Konzernchef Bernd Pischetsrieder wird in der neuen Konzernstruktur auch für Forschung und Entwicklung verantwortlich sein.

Der Beschluss des Aufsichtsrats sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2002 die Markengruppe Audi aus Audi, Seat und Lamborghini sowie die Markengruppe Volkswagen aus VW, Skoda, Bentley und Bugatti bestehen wird. Unter der Leitung des Konzerns werden Audi und Volkswagen ihre jeweiligen Einzelmarken unternehmerisch führen. VW-Vorstandsmitglied Martin Winterkorn soll Paefgen Anfang März als Audi-Vorstandsvorsitzender ablösen. Paefgen werde unter anderem den Vorsitz der Geschäftsleitung von Rolls-Royce und Bentley übernehmen. Pischetsrieder, der auch dem Audi-Aufsichtrat vorsitzen wird, werde die "klassische Markengruppe leiten.

Die Nutzfahrzeugprodukte würden durch VW Nutzfahrzeuge geführt, wurde weiter mitgeteilt. Damit wurden Spekulationen entkräftet, es werde ein eigener Konzernvorstand für diesen Bereich installiert. Die bisher getrennten Geschäftsfelder Financial Services und Europcar werden den Angaben zufolge künftig gemeinsam geführt. Alle übrigen Geschäftsfelder würden in einer weiteren Geschäftseinheit konsolidiert.

Bereits seit Monaten brodelte die Gerüchteküche in Wolfsburg angesichts der andauernden Personalspekulationen. Ein Teil der Spannung wich, als sich der Aufsichtsrat bereits im September auf Pischetsrieder als neuen Vorstandsvorsitzenden festlegte. In der Folge traten aber ständig neue Personalspekulationen in den Vordergrund mit dem Tenor, dass Pischetsrieder seine eigene Führungsmannschaft zusammenstellen werde.

Auch wenn die Tochter aus Ingolstadt glänzende Ergebnisse und Absatzzahlen liefert, so sind Piëch wohl einige Entscheidungen Paefgens ein Dorn im Auge gewesen. Aus dem Konzern wird dafür als Beispiel die Nachrüstung des Audi TT mit dem ESP-System genannt, das Piëch als unsinnig empfunden habe. Die Zukunft des Konzernvertriebsvorstands und in Personalunion Audi-Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Büchelhofer scheint dagegen entgegen anderslautender Gerüchte als gesichert. Traditionell beschloss der VW-Aufsichtsrat auch das Investitionsvolumen für die kommenden fünf Jahre, das mit 31 Milliarden Euro auf nahezu unverändert hohem Niveau bleibt. Die Sachinvestitionen würden vor allem der Erweiterung und Modernisierung der Produktpalette dienen. Auf Produktinvestitionen entfallen den Angaben zufolge rund 21 Milliarden Euro.