Volkswirte warnen: Starker Euro bedroht deutsche Exporte - DER SPIEGEL
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Volkswirte warnen Starker Euro bedroht deutsche Exporte

Erst knallten die Sektkorken, dann kam die Ernüchterung: Nach dem Exportrekord 2006 sind die Aussichten für 2007 trüber. Die Ausfuhren aus Deutschland werden deutlich langsamer zulegen, warnen Volkswirte.
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Hamburg - Nach Einschätzung der Commerzbank werden die Unternehmen in Deutschland in diesem Jahr die Abkühlung der Weltwirtschaft spüren. "Zudem ist aus dem Rückenwind von Seiten des Wechselkurses inzwischen ein leichter Gegenwind geworden", heißt es in einer heute veröffentlichten Studie. Die Auftragseingänge aus dem Ausland spiegelten diese schlechteren Rahmenbedingungen bereits wider.

Insgesamt erwartet die Commerzbank für 2007 einen nominalen Anstieg der Exporte um rund 8,5 Prozent. "Dies wäre immer noch ein beachtliches Ergebnis, aber eben deutlich weniger als 2006", heißt es in der Studie. Im vergangenen Jahr war der Wert der ausgeführten Waren um 13,7 Prozent auf die Rekordsumme von 893,6 Milliarden Euro gestiegen. Im Dezember jedoch hat sich das Exportwachstum bereits abgeschwächt. Im letzten Monat des Jahres legten die Ausfuhren nur noch um 10,3 Prozent zu.

Dirk Schumacher, Analyst bei Goldman Sachs, erwartet nun, dass sich diese Entwicklung 2007 fortsetzt. "Die Exporte werden dieses Jahr nicht ganz so rasant zulegen." Die Weltwirtschaft schwäche sich ab, außerdem werde der Kurs des Euro im Vergleich zum Dollar leicht zulegen. Ausfuhren aus dem Euroraum werden damit teurer. Gleichzeitig erwartet Schumacher, dass sich die Binnennachfrage in Deutschland weiter belebt. "Das führt dazu, dass der Wachstumsbeitrag des Außenhandels etwas geringer ausfällt."


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Einen Rückgang der Ausfuhren erwartet indes kaum ein Ökonom. Insgesamt werde der Export auch 2007 zulegen - nur nicht so stark wie bisher. "Waren Made in Germany sind im Ausland nach wie vor gefragt", sagt Thomas Amend von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Abschwächung im Dezember "würde ich deshalb nicht überbewerten". Für das laufende Jahr sei er deshalb optimistisch. "Die Stimmungsindikatoren sind weiter positiv. Wir gehen davon aus, dass der Außenhandel 2007 wieder einen positiven Wachstumsbeitrag zum BIP-Wachstum liefern wird."

Doch selbst Optimisten wie Amend sehen Anzeichen für eine Abkühlung. So habe es im letzten Monat 2006 ein leichtes Minus bei den Aufträgen gegeben. "Das könnte auf die Exporte durchschlagen", sagte er. Ähnlich sieht das Alexander Koch von der Unicredit-Bank. Bei den Aufträgen von Kapitalgütern habe es zuletzt bereits einen Rückgang gegeben, sagte er. "2007 wird wohl kein Rekordjahr mehr."

wal/dpa-AFX/Reuters