VW-Affäre: IG Metall attackiert Christian Wulff - DER SPIEGEL
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VW-Affäre IG Metall attackiert Christian Wulff

In der Volkswagen-Korruptionsaffäre wird der Ton zusehends rauer. Nun hat IG-Metall-Chef Jürgen Peters scharfe Kritik an Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff geübt.
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Frankfurt am Main/Hannover - Versuche Wulffs, Volkswagen-Personalvorstand Peter Hartz öffentlich zu beschädigen, seien "durchsichtig", sagte Peters. "Wenn Herr Wulff über Erkenntnisse verfügt, die einen Angriff auf ein Vorstandsmitglied des Unternehmens rechtfertigen, dann ist es seine Pflicht, diese in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung auf den Tisch zu legen", sagte Peters weiter. So entstehe jedoch der Eindruck, dass es Wulff nicht allein um Aufklärung gehe, sondern darum, das deutsche Mitbestimmungsmodell zu diskreditieren.

Wulff hatte am Sonntag angesichts von Medienspekulationen über eine mögliche Verwicklung von Hartz in die Affäre betont, es gebe für den Personalvorstand und für andere keinen "Persilschein". Das Land Niedersachsen ist größter Anteilseigner von Volkswagen  , Wulff und Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) sitzen im Aufsichtsrat des Autobauers.

Peters warnte zudem vor vorschnellen Urteilen. "Derzeit gibt es nur Medienberichte, in denen alle möglichen Spekulationen in einen Topf geworfen werden, aber keine Fakten", sagte er. "Auf Basis dieser Gerüchteküche verbieten sich vorschnelle Beurteilungen, sie kommen einer Vorverurteilung gleich."

Details zu Korruptionsvorwürfen

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat erstmals Details zu den Vorwürfen in der VW-Betrugsaffäre veröffentlicht. Sie hat mehrere Unternehmen um den früheren Skoda-Manager Helmuth Schuster im Visier. Möglicherweise sei Geld, das Volkswagen und der Konzerntochter Skoda zustand, auf Konten dieser Firmen oder auf Privatkonten gelangt, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Klaus Ziehe. "Es handelt sich vermutlich um mehr als eine Firma." Ob Schuster selbst an allen Firmen beteiligt war, sei aber offen.

VW hat bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig Strafanzeige gegen Schuster und einen früheren Mitarbeiter im Personalwesen gestellt. Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug. Volkswagen erklärte, die der Staatsanwaltschaft zugesagten Unterlagen würden noch heute übergeben.

Die Staatsanwaltschaft fügte hinzu, die Ermittlungen könnten auf weitere Beschuldigte ausgeweitet werden, sollte sich im Zuge der Ermittlungen ein Anfangsverdacht ergeben. "Die Ermittlungen laufen ohne Ansehen der Person", sagte Ziehe.

Medienberichten zufolge soll Klaus Volkert, der am Donnerstag überraschend als Volkswagen-Gesamtbetriebsratschef zurückgetreten war, an einer Firma von Schuster beteiligt gewesen sein. Volkert hatte erklärt, er habe sich keiner kriminellen Handlung schuldig gemacht.

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