VW-Krise Wulff rechtfertigt Stellenabbau
Frankfurt - "Es wäre grundfalsch, von VW etwas zu verlangen, was betriebswirtschaftlich unvernünftig wäre", sagte Aufsichtsratsmitglied Christian Wulff (CDU) der "Financial Times Deutschland". Der niedersächsische Ministerpräsident, dessen Bundesland mit 18 Prozent an Volkswagen beteiligt ist, sagte, dass die nötigen Strukturanpassungen vorgenommen werden müssten. Sonst wären "mittel- und langfristig sehr viel mehr Arbeitsplätze bedroht".
Gleichzeitig forderte Wulff das VW-Management auf, einen konkreten Plan für die Restrukturierung des Automobilkonzerns vorzulegen. "Wir müssen endlich wissen, um welche Zahlen es geht", sagte der CDU-Politiker. Hintergrund sind Spekulationen über den geplanten Stellenabbau beim Wolfsburger Autobauer. Medienberichten zufolge sind bis zu 30.000 Stellen bedroht. Gestern wies VW-Markenchef Wolfgang Bernhard die Berichte als "völlig aus der Luft gegriffen" zurück.
VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte die Belegschaft unlängst auf Stellenstreichungen in größerem Umfang vorbereitet, als er von einem "Personalüberhang" von mehreren tausend Arbeitsplätzen sprach. Aus dem Konzern war zu hören, dass der Abbau von 14.000 der 123.000 Stellen in Europa über Ruhestandsregelungen und Abfindungen möglich sei. Auch dies wollte Bernhard gestern nicht bestätigen. "Wir wollen den Tarifvertrag nicht kündigen, das wäre der allerletzte Weg", so der Markenchef.
Der Autobauer will die Produktionskosten in den VW-Werken bis 2008 vor allem durch Personal-Einsparungen um 1,3 Milliarden Euro drücken und die Produktivität steigern. Um Kündigungen zu vermeiden, sollen Beschäftigte in Altersteilzeit geschickt und weiteren Arbeitnehmern Abfindungen angeboten werden. Eine entsprechende Offerte bereitet der Konzern zurzeit vor.