WestLB: Einstieg bei DaimlerChrysler sorgt für Irritationen - DER SPIEGEL
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WestLB Einstieg bei DaimlerChrysler sorgt für Irritationen

Überraschung an den Finanzmärkten: Über einen umfangreichen Aktienkauf ist die WestLB mit 14 Prozent zum größten Anteilseigner von DaimlerChrysler aufgestiegen. Obwohl das Geschäft in den Bereich eines Managers fiel, der unter Manipulationsverdacht steht, sieht die Bank keinerlei Zusammenhang.
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Stuttgart/Düsseldorf - Nach Auskunft der WestLB handele es sich dabei um eine reine Finanztransaktion, die Anteile sollten in absehbarer Zeit wieder auf deutlich unter drei Prozent reduziert werden, teilte DaimlerChrysler mit. "Auch in der Vergangenheit hat es ähnliche Finanztransaktionen durch Banken gegeben." Daher ergebe sich keine Verschiebung in der Aktionärsstruktur bei dem Autobauer.

Die Bank hatte Anfang April Aktien im Wert von 8,7 Milliarden Euro gekauft, gab das aber erst gestern bekannt. Die Melderichtlinien seien vor kurzem verschärft worden, erklärte die Bank. Nun gebe es neue Fristen, Schwellen und einen erweiterten Umfang, was mitgeteilt werden müsse.

Obwohl mindestens einer der beiden wegen Manipulationsverdachts gefeuerten Manager an dem Deal beteiligt gewesen sein soll, betonte die WestLB, es handele sich um ein "marktübliches Bankgeschäft". Mit den missglückten Spekulationsgeschäften, die in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen gesorgt hatten, habe diese Transaktion nichts zu tun. Es gehe auch nicht darum, im Auftrag eines Dritten, Aktienpakete an DaimlerChrysler einzusammeln. "Der Zeitpunkt dieser Transaktion ist extrem ungünstig, das ist klar", sagte ein Banksprecher der "Financial Times" zufolge. Man habe jedoch alle rechtlichen Vorgaben erfüllt und das Management sei über diese Vorgänge zu jeder Zeit informiert gewesen.

Nach dem Zeitungsbericht zeigten sich jedoch vor allem amerikanische Branchenexperten sehr erstaunt über den hohen Anteil der relativ kleinen Bank. "Wenn es die Citigroup gewesen wäre, hätte ich das glauben können", sagte ein Berater der Zeitung zufolge. Dass es die WestLB sei, überrasche ihn jedoch ziemlich. Außerdem sei die plötzliche Bekanntmachung des hohen Anteils "extrem befremdlich und schade dem Ruf der WestLB", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der "Financial Times".

Institutionelle Anleger aus dem Ausland

Fest steht nur so viel: Aus eigenem Antrieb hat die WestLB nicht gehandelt. "Wir sind als Bank von Kunden angesprochen worden, die - aus welchen Gründen auch immer - kurzfristig verkaufen wollten", sagt ein WestLB-Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Die Namen der Kunden nennt die WestLB nicht, nach Angaben des Sprechers handelt es sich dabei aber um mehrere institutionelle Anleger, vor allem aus dem Ausland.

Welche Strategie diese Anleger verfolgen, wisse die WestLB nicht. "Es könnte aber sein, dass sie nach der Dividendenausschüttung wieder billig einsteigen wollen", sagte der Sprecher. Ob sich die Anleger beim Verkauf ihrer DaimlerChrysler-Pakete abgesprochen haben, könne er nicht sagen. Die Verkäufe hätten aber "zeitlich sehr eng beieinander gelegen".

Die WestLB selbst verfolgt mit der Übernahme der Anteile keine eigene Strategie. Sie tritt vielmehr als Zwischenfinanzierer auf. "Das ist ein marktübliches Bankgeschäft", sagt der Sprecher. Über den Terminmarkt habe die Bank den Weiterverkauf der DaimlerChrysler-Aktien bereits geregelt. "Im Laufe des April werden die Anteile sukzessive wieder abgegeben."

Für die Bank hat das den Vorteil, dass Zeitpunkt und Preis schon heute feststehen. Auch der oder die Käufer der Papiere stünden schon fest, sagt der Sprecher. Wer sich dahinter aber verberge, wisse die WestLB nicht, schließlich funktioniere der Terminmarkt genauso anonym wie andere Börsengeschäfte. "Wenn Sie als Privatmann eine Aktie verkaufen, wissen Sie auch nicht, wer sie kauft", sagt der Sprecher.

wal/sam/AP

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