Zittern oder hoffen? - DER SPIEGEL
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MARKTPSYCHOLOGIE Zittern oder hoffen?

• aus DER SPIEGEL 34/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Noch glauben viele Volkswirte, die konjunkturelle Talsohle sei praktisch durchschritten - und Investoren hoffen, dass die gebeutelten Aktienmärkte wieder zulegen. Doch der Dax hat seit Anfang August erneut rund zehn Prozent verloren. Zudem sehen Frankfurter Broker noch keine Trendwende an der Börse. Im Spätsommer und Herbst steigen die Kurse nur selten. So war es fast immer in den vergangenen Jahren. Beispiel September: Seit 1990 fiel der Dax in diesem Monat neunmal. Oft ging es kräftig nach unten, 2000 minus 6 Prozent, 1998 minus 7 Prozent und 1990 minus 18 Prozent. Die Gründe: Es gibt keine saisonal bedingten Geldzuflüsse, wie etwa im Januar, wenn Anleger ihre frisch eingenommenen Anleihezinsen in die Fonds stecken. Und die Psychologie steuert das Verhalten im September und vor allem Oktober: Die Russland-Krise (1998) und der Crash nach der LTCM-Pleite (1998) fielen in jüngster Zeit in diese Monate. Auch der schlimmste Crash aller Zeiten war in einem Oktober: der Schwarze Freitag am 25. Oktober 1929 an der Wall Street.

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