Es ist ein weiterer Meilenstein der privaten Raumfahrt: am Mittwoch brachte eine Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX ihre Dragon-Kapsel von Florida aus in die Erdumlaufbahn. An Bord: zwei Männer und zwei Frauen. Keiner von ihnen ist professioneller Astronaut oder Astronautin – eine Premiere in der Raumfahrt.
Der Unternehmer Jared Isaacman hat eine nicht offiziell bekannte hohe Summe an den Milliardär Elon Musk gezahlt, um sich und seine drei Mitstreiter ins All zu bringen: Sian Proctor, Hayley Arceneaux und Chris Sembroski. Das Time Magazine schätzt den Ticketpreis für alle vier Plätze auf 200 Millionen Dollar.
SpaceX inszeniert die historische Mission mit großem Aufwand. Im Livestream lassen sich schon vor dem Start nahezu alle Schritte der Crew-Mitglieder verfolgen: vom Hangar im Cape Canaveral geht es – natürlich mit dem Tesla – zum Einkleiden. In ihren futuristischen Raumanzügen kommt die Besatzung zur Startrampe am Kennedy Space Center. Einige Stunden später erreichen sie die Erdumlaufbahn.
Die zivile Crew stellt mit ihrem Flug gleich mehrere Rekorde auf: die 29-jährige Arztassistentin Hayley Arceneaux ist der erste Mensch im All mit einer Prothese. Die Geologie-Professorin Sian Proctor die erste schwarze Pilotin einer Weltraummission.
Die »Inspiration4« getaufte Mission wird vom Start bis zur Landung im Atlantik voraussichtlich drei Tage dauern. Trotz monatelangem Training: allein steuern müssen die Zivilisten die SpaceX-Kapsel nicht. Sie ist hoch automatisiert. Stattdessen konzentrieren sich die Amateur-Astronauten auf ihren Alltag im All, einige wissenschaftliche Experimente und den Ausblick auf die Erde.
Kommandant Isaacman will außerdem Spenden für das Kinderkrankenhaus in Memphis sammeln, in dem auch seine Kollegin Arceneaux arbeitet. Hier kommt ein Plüschtier ins Spiel, das seit Abwurf der zweiten Raketenstufe durch die Raumkapsel schwebt. Der kleine Hund dient nicht nur als Indikator für Schwerelosigkeit, er ist auch inspiriert durch die Golden Retriever, die als Therapiehunde in dem Krankenhaus zum Einsatz kommen.
Der erfolgreiche Start der karitativ-touristischen Mission hat auch Tesla-Gründer Elon Musk sichtlich begeistert. Sollte der dreitägige Weltraumflug vom Start bis zur Landung rund laufen, ist er mit all seinen Rekorden ein großer Erfolg für seine Firma SpaceX. Die möchte immer mehr Touristen ins Weltall bringen. Visionär Elon Musk träumt von einer Zukunft, in der Menschen dauerhaft im All und auf dem Mars leben.