Freispruch für Öltanker - DER SPIEGEL
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UMWELT Freispruch für Öltanker

• aus DER SPIEGEL 23/2002
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Die gigantischen Ölteppiche, die immer wieder durch leckgeschlagene Tankschiffe entstehen, sind nicht der Hauptfaktor bei der Ölverschmutzung der Meere. Viel umfangreicher sind die täglichen kleinen Umweltsauereien, welche die Endverbraucher unüberlegt und ungestraft begehen - oft weit von der Küste entfernt. Rund 109 Millionen Liter Petroleumprodukte landen so jedes Jahr durch menschliches Dazutun in den US-amerikanischen Küstengewässern. Zu diesem Fazit kommt das »National Research Council« in einer aktuellen Studie. Mehr als die Hälfte davon stammt von Fabriken, Raffinerien und aus undichten Autos und wird über die Flüsse ins Meer gespült. »Ölkatastrophen können lang anhaltende zerstörerische Auswirkungen auf den Ozean haben«, sagt James M. Coleman, der die Forschungskommission geleitet hat, »aber wir müssen mehr über die Schäden herausbekommen, die von kleinen Schiffen und vom Land ausgehen.« Mengenmäßig an zweiter Stelle stehe die Ölverschmutzung über die Luft: durch Auspuffabgase und Kraftwerks- und Fabrikschlote (23 Millionen Liter). Lediglich rund fünf Prozent der Gesamtmenge werde durch Tankerunfälle freigesetzt. Die größte Umweltsau ist die Natur selber: Aus natürlichen Ölquellen fließen jedes Jahr über 170 Millionen Liter ins Meer.

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