Datenlese Zweifel am Zensus
Wie viele sind wir? Darauf sollte die Volkszählung eine klare Antwort geben
Foto: Daniel Bockwoldt/ picture alliance / dpaIm vergangenen Jahr musste der Zensus 2011 harte Kritik einstecken. Viele Kommunen trauten der Methodik nicht, einige zogen sogar vor Gericht. Ihr stärkstes Argument: Die Volkszählung sei verfassungswidrig, denn sie habe nicht alle Gemeinden gleich behandelt.
Dafür sprachen auch vertrauliche Daten, die SPIEGEL ONLINE schließlich im Dezember veröffentlichte. Hier finden Sie eine Übersicht über alle Artikel und Infografiken zur Debatte.
August 2013: So hart trifft der Zensus die Gemeinden
In den Kommunen formiert sich massiver Widerstand gegen die jüngste Volkszählung. Viele Gemeinden müssen deutliche Einwohnerverluste hinnehmen, verbunden mit großen finanziellen Einbußen. Rund 800 von ihnen legen Widerspruch gegen den Zensus ein.
- Unser Auftakt: Über den Widerstand gegen die Volkszählung berichtet unser Demografie-Experte Björn Schwentker, der fortan das Thema für SPIEGEL ONLINE begleitet.
- Alle Gemeinden auf einer Karte: Unsere interaktive Deutschlandkarte zeigt, wie stark die neuen Einwohnerzahlen von den bisher gültigen Werten abweichen.
- Wir schauen genauer hin: Im Saarland rebellieren besonders viele Gemeinden gegen den Zensus, auf Wangerooge sollen plötzlich deutlich mehr Menschen leben als vorher.
- Hintergründe zum Zensus erläutert Björn Schwentker hier im Datenlese-Blog.
Ende August 2013: Die Stichprobenfehler
Unsere Datenrecherchen zeigen wenig später: Die Stichprobe, aus der die neuen Einwohnerzahlen hochgerechnet wurden, war wesentlich ungenauer als erlaubt. Damit bleibt der Zensus hinter seinen eigenen Qualitätsvorgaben zurück. Ob er rechtskonform ist, kann damit zumindest angezweifelt werden.
- Wir beschreiben, wie die hohen Stichprobenfehler den Widerstand gegen den Zensus verstärken.
- Unsere interaktive Karte zeigt nun auch für alle Gemeinden mit Stichprobe, wie groß deren Ungenauigkeit war.
- Im Datenlese-Blog erläutern wir die statistischen Details zum Stichprobenfehler und veröffentlichen eine Stellungnahme des Statistischen Bundesamtes zur Thematik.
Dezember 2013: Vertrauliche Daten stützen Kritik am Zensus
Wir kämpfen um Transparenz und machen der Öffentlichkeit zugänglich, was manche Behörden wohl lieber im Dunkeln gelassen hätten:
- Stichprobenfehler für die Stadtteile großer Kommunen belegen, dass die Qualität der Volkszählung nicht eben vorbildlich war.
- Zwei weitere vertrauliche Datensätze zeigen, dass der Zensus mindestens in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz große Gemeinden gegenüber kleinen benachteiligte, weil sie mit verschiedener Methodik behandelt wurden.
- Im Datenlese-Blog veröffentlichen wir unsere Berechnungen und statistische Hintergründe im Detail.