Discovery: Das Problemkind - DER SPIEGEL
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Discovery Das Problemkind

Große Erfolge und kleine Fehlschläge liegen bei der Discovery eng beieinander: Nach einer misslungenen Premiere hat sich die Weltraumfähre vor allem um die Völkerverständigung verdient gemacht.
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Die Zahl der ruhmreichen Vorgänger ist groß: Discovery, das war nicht nur der Name des Schiffes, mit dem James Cook Ende des 18. Jahrhunderts Hawaii entdeckte; auch die Hudson Bay, der Nordpol und die Antarktis wurden von Schiffen diesen Namens angesteuert.

Grund genug für die Nasa, ihren dritten Orbiter genauso zu nennen. Gebaut in den Jahren 1980 bis 1983 kam die Discovery erstmals bei der Shuttle Mission Nummer 12 zum Einsatz - nicht ohne Probleme. Der für den 25. Juni 1984 geplante Start musste wegen Problemen mit dem Bordcomputer zunächst um einen Tag verschoben und dann lediglich vier Sekunden vor dem Liftoff abgebrochen werden: Der Computer meldete Probleme mit dem dritten Haupttriebwerk.

Einen Monat später und mit einem neuen Triebwerk versehen, nahm die Nasa einen erneuten Anlauf - doch auch der zweite Versuch stand zunächst unter keinem guten Stern: Erst musste ein Fehler in der Software des Bordcomputers behoben werden, und dann drang kurz vor dem Start auch noch ein privates Flugzeug in den Luftraum über Cape Canaveral ein. Am 30. August 1984 konnte die Fähre schließlich zu ihrem Jungfernflug abheben.

Die Discovery war es auch, die drei Jahre nach der Challenger-Katastrophe als erster Orbiter wieder ins All gestartet ist. Äußerlich unverändert wurde die Raumfähre in rund 400 Punkten modifiziert, angefangen bei den Feststoffraketen über das Haupttriebwerk bis hin zu den Lenksystemen.

Auch die Sicherheit der Astronauten wurde verbessert. So trug die Besatzung in Folge des Challenger-Unglücks neue Druckanzüge. Ein Rettungssystem sollte einen Ausstieg aus dem Orbiter in der frühen Startphase möglich machen.

Bislang war die Discovery bei ihren 27 Flügen mehr als 200 Stunden im All. Zu den Höhepunkten im Leben der 68,7 Tonnen schweren Fähre gehörten unter anderem der Transport des zunächst stark kurzsichtigen Weltraumteleskops Hubble, das erste Rendezvous mit der russischen Raumstation Mir, der erste Russe an Bord eines Space Shuttles oder die erste Nachtlandung in Cape Canaveral.

Zuletzt war die Discovery am 19. Dezember 1999 im All. Während der knapp achttägigen Mission wurden zum dritten Mal Reparaturen am Hubble-Teleskop vorgenommen.

Die Daten:

  • Interner Name: OV-103
  • Leergewicht: 68.744 Kilogramm
  • Mit Haupttriebwerken: 77.634 Kilogramm
  • Länge: 37,19 Meter
  • Spannweite: 23,77 Meter

Alexander Stirn

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