Discovery Diesmal war ein Bolzen schuld
Cape Canaveral - Ein Sprecher der Nasa sagte, auf einer Verbindungsstrebe des Shuttles zum Außentank sei ein etwa 25 Zentimeter langer Metallstift entdeckt worden. Vermutlich hätten ihn Arbeiter versehentlich dort zurückgelassen.
Das 224 Gramm schwere Metallstück dient normalerweise dazu Arbeitsplattformen oder Geländer zu sichern, die bei Wartungsarbeiten am Shuttle verwendet werden. Es wurde entdeckt, als ein Nasa-Mitarbeiter die Startrampe mit einem Fernglas absuchte. Bei einer früheren Inspektion war das vergessene Metallstück offenbar niemandem aufgefallen. Nach der Entdeckung, hatten Nasa-Techniker überlegt, welchen Schaden der Bolzen bei Start anrichten könnte. So sei es möglich, dass der Stift beim Herunterfallen die Isolation des Treibstofftanks beschädigen könnte, oder die Abdeckung eines Triebwerks.
Eine Expertenkomission soll nun klären, ob das vergessene Teil vor dem Start entfernt werden muss. Falls dies nötig ist, dürften die entsprechendne Arbeiten zumindest zeitaufwendig werden. Dazu muss der Service-Turm wieder an die Raumfähre herangefahren werden, der vor dem Start entfernt wurde. Zwischenzeitlich hatte die Nasa überlegt, das Metallstück mit Hilfe von Wasserstrahlen zu entfernen. Dieser Plan wurde aber verworfen, nachdem nicht klar war, ob der fallende Bolzen Teile des Shuttles treffen könnte.
Ein neuer Startversuch der Discovery ist für Donnerstagfrüh 01.17 Uhr MESZ angesetzt. Die Reise der Discovery ist die 100. einer amerikanischen Raumfähre und der letzte Vorbereitungsflug zur Internationalen Raumstation ISS, bevor dort Anfang November die ersten Dauerbewohner einziehen werden. Ursprünglich sollte das Shuttle bereits am vergangenen Freitag starten. Dann zwangen aber technische Probleme und danach schlechtes Wetter zu mehreren Verschiebungen.
Die siebenköpfige Besatzung soll während der Mission an der Außenseite der Station ein neun Tonnen schweres Gerüst zur späteren Montage der ersten Sonnensegel anbringen. Geplant sind außerdem die Einrichtung eines Kommunikationssystems zur Übermittlung wissenschaftlicher Daten und die Installation einer neuen Vorrichtung zum Andocken von Raumfähren.