Evolution Bauern verhalfen Malaria zum Durchbruch
Zu diesem Schluss kommt ein Team um die Parasitologin Dyann Wirth von der Harvard School of Public Health in Boston. Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der US-Fachzeitschrift "Science" berichten, haben sie die genetischen Variationen des Parasiten Plasmodium falciparum, des tödlichsten Malariaerregers, genau untersucht.
Anders als Forscher zuvor hat sich das US-Team auf die ausgedehnten Wüsten im Erbgut des Parasiten konzentriert. Dort, in Regionen, die für die Proteinsynthese nicht zuständig sind, können sich Mutationen breit machen, ohne den Parasiten zu beeinträchtigen. Folglich geben die so genannten Introns einen genauen Einblick in die genetischen Unterschiede der Erbsubstanz.
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Im Zuge ihrer Untersuchungen sequenzierten Wirth und Kollegen 25 Introns von acht verschiedenen Parasitenstämmen - mit überraschenden Ergebnissen: Demnach kann Plasmodium falciparum auf eine relativ kleine Population zurückgeführt werden, die sich vor etwa 9500 bis 23.000 Jahren entwickelt hat. Just zu jener Zeit hatten die frühen Menschen begonnen, sich häuslich einzurichten und sich dem Ackerbau zu widmen.
Die Forscher vermuten, so "Science now", dass die landwirtschaftliche Revolution die Bevölkerungsdichte erhöhte und mehr stehende Gewässer entstehen ließ - ideale Brutgebiete für die Moskitos. Nachdem diese beiden Faktoren zusammenkamen, war die Ausbreitung der Malaria vermutlich nicht mehr zu stoppen.
Widersprüchliche Erkenntnisse
Die Frage nach den Ursprüngen der heutigen Tropenkrankheit beschäftigt Mediziner bereits seit langem. Doch erst die Analyse des Parasitenerbguts brachte die Forscher einen entscheidenden Schritt voran - wenn auch die Schlussfolgerungen teils widersprüchlich sind.
So könnte sich der Malariaerreger bereits vor rund acht Millionen Jahren aus einem Affenparasiten entwickelt haben, und damit zu einer Zeit, als sich die Stammbäume von Affen und frühen Menschen trennten. Andere Wissenschaftler sind zu der Erkenntnis gekommen, bei Plasmodium falciparum handele es sich um einen Vogelparasiten, der zeitgleich mit den Anfängen der Landwirtschaft zu einem menschlichen Wirt gewechselt ist.