ISS Raumstation mit Umzugscontainer
Cape Canaveral - "Leonardo" wurde von Astronaut Andrew Thomas in feinster Präzisionsarbeit mit dem Shuttle-Roboterarm aus der Ladebucht der "Discovery" gehievt und dann an die Außenwand der ISS montiert. Das Manöver dauerte ein wenig länger als geplant, weil Live-Videobilder zur besseren Orientierung erst mit Verzögerung verfügbar waren.
Nach dem Andocken ist für die beiden Crews nun Aus- und Umpacken angesagt. Unter anderem müssen sechs große Regale aus dem Container ins Wissenschaftslabor Destiny befördert werden. Leichtere Gegenstände wurden bereits aus dem etwa 150 Millionen Dollar teuren "Leornardo"-Modul ausgeladen, das unter anderem die Ausrüstung für Wissenschaftsexperimente und eine tragbare Einrichtung für medizinische Notfälle enthält. Dank deutscher Technologie verfügt "Leonardo" über eine eigene Luftversorgung und ist im Gegensatz zu den russischen "Progress"-Transportraumschiffen wieder verwendbar.
"Leonardo" hat noch zwei Brüder
Am Ende ihrer Reise wird die Discovery den Container wieder zur Erde zurückbringen - diesmal gefüllt mit Müll aus der ISS. Neben "Leonardo" stehen in Zukunft noch zwei weitere neue Container aus italienischer Fabrikation zur Verfügung: "Donatello" und "Raffaello".
Die Astronauten Susan Helms und James Voss bereiten sich unterdessen auf ihren zweiten Arbeitsaufenthalt im Weltraum vor. Sie sollen am Dienstagmorgen erneut aus der Discovery aussteigen, unter anderem, um einen defekten Riegel an einem der beiden Sonnensegel der ISS zu reparieren. Eingeplant sind vier Stunden Arbeit, aber Helms und Voss müssen möglicherweise ein wenig "nachsitzen". Bei ihrem vorausgegangenen Ausstieg am Sonntagmorgen hatten sie wegen einer Panne ihre Arbeiten nicht ganz geschafft, obwohl sie den Aufenthalt im All auf fast neun Stunden ausgedehnt hatten - der längste Ausstieg in der Nasa-Geschichte.