ISS: Wachwechsel im All - DER SPIEGEL
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ISS Wachwechsel im All

Die erste Besatzung der Internationalen Raumstation hat sich - nicht ohne Wehmut - auf den Rückweg zur Erde gemacht. Vorher wurden die Nachfolger aber noch mit Spickzetteln auf ihren neuen Job vorbereitet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Cape Canaveral - Nach einem neuntägigen Besuch bei der Internationalen Raumstation (ISS) hat die US-Raumfähre Discovery die Heimreise angetreten. Der Shuttle, der die erste ISS-Dauerbesatzung zurück auf die Erde bringen soll, legte am Montagmorgen mitteleuropäischer Zeit von der Station ab. Die Landung auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ist für Mittwoch vorgesehen.

Vor dem Abdocken übergab der sichtlich bewegte US-Astronaut Bill Shepherd das Kommando über die Raumstation "Alpha" an seinen Nachfolger, den Russen Jurij Usatschew. "Wir haben 'Alpha' zum Leben erweckt", sagte der 51-jährige Shepherd. Die Besatzung habe der Station einen Namen gegeben und die Idee umgesetzt, dass Amerikaner und Russen als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten können.

Weil der Einzug der neuen Mannschaft mit rund fünf Tonnen Material Zeit raubend war, hatte die Bodenkontrolle in Houston der Fähre und ihrer Crew 24 Extra-Stunden im Orbit verordnet. Die Astronauten hatten auch rund eine Tonne Müll und Materialien in das europäische Frachtmodul "Leonardo" geschafft, das wieder im Frachtraum der Raumfähre verstaut wurde. Mit "Leonardo" waren zuvor die neuen Ausrüstungsgüter zur ISS befördert worden.

Die neuen Bewohner der Station werden voraussichtlich bis Anfang Juli die Stellung halten. Zur Crew gehören neben dem Kommandanten Usatschew die Amerikanerin Susan Helms und ihr Landsmann James Voss. Bis zuletzt tauschten sie noch Notizen und Informationen mit der alten Besatzung aus, die sich 136 Tage in der ISS aufhielt. Der Amerikaner Bill Shepherd, der Russe Jurij Gidsenko und sein Landsmann Sergej Krikaljow müssen sich nach der Rückkehr zur Erde mit umfangreichem Training wieder an die Erdanziehung gewöhnen.

Susan Helms ist die erste Frau an Bord der Internationalen Raumstation. Die 43-Jährige kennt ihre Mitbewohner des Außenpostens seit langem. Sie erwartet ein harmonisches Zusammenleben in der engen Station. "Wir sind mehr eine Familie als eine Mannschaft. Ich glaube, wir werden die beste Zeit unseres Lebens haben", hatte Helms beim Einzug gesagt.

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