Männer Kurzbeinige leben gefährlich
Wem seine langen Beine ständig im Weg sind, kann sich trösten: Er muss sich möglicherweise weniger Sorgen um seine Gesundheit machen als kurzbeinige Kollegen. Ein besonders knapp bemessener Gehapparat erhöht das Risiko bestimmter Krankheiten, wollen britische Forscher um George Davey Smith von der University of Bristol in einer Langzeitstudie herausgefunden haben.
Wie das Team im "Journal of Epidemiology and Community Health" berichtet, beruhen die Ergebnisse auf einer Untersuchung von 2512 Männern aus dem walisischen Caerphilly. Bei den Teilnehmern im Alter zwischen 45 und 59 Jahren wurden Stand- und Sitzhöhe gemessen und Blutproben entnommen. Die Männer wurden 15 Jahre lang überwacht, um Herzleiden und andere Krankheiten festzustellen.
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Männer mit kurzen Beinen, so die Forscher, entwickelten häufiger eine so genannte Insulinresistenz, bei welcher der Körper die im Blut zirkulierende Glukose nicht mehr richtig nutzen kann. Die Folge dieser Störung ist oft eine Diabetes-Erkrankung.
Das Blut der Kurzbeinigen enthielt außerdem im Schnitt einer höhere Konzentration von Blutfetten sowie des Blutgerinnungsfaktors Fibrinogen, wodurch das Risiko eines Herzleidens erhöht wird. Tatsächlich zeigte sich, dass bei Männern mit kurzen Beinen während des Überwachungszeitraumes häufiger koronare Herzkrankheiten auftraten.
Die Körpergröße wurde den Wissenschaftlern zufolge schon früher mit Herzkrankheiten in Verbindung gebracht. Aus den neuen Ergebnisse lasse sich jedoch folgern, dass der maßgebliche Faktor die Beinlänge sei. Wie Davey Smith erklärt, sind kurze Beine ein Hinweis auf eine schlechte Ernährung während der Kindheit. Verbessert sich die Nahrungsversorgung später, so spekuliert der Forscher, muss der an Mangel gewöhnte Körper möglicherweise einen großen Teil der Kalorien als Fett ablagern, was die Gesundheit beeinträchtigt.